Geheimdienste überwachen mehr als 37 Millionen E-Mails – kaum Erfolg

27.02.2012

Die deutschen Geheimdienste überwachen im großen Stil E-Mails. Stichwörter wie Bombe oder Atom reichen, um ins Raster zu fallen. 2010 wurden mehr als 37 Millionen E-Mails und Datenverbindungen überwacht. Ist das verhältnismäßig?

Die Kontrolle von E-Mails durch die Geheimdienste hat massiv zugenommen. Foto: © Kai-Uwe Knoth/ dapd

ist Fachanwalt für Strafrecht und Betreiber von lawblog.deUdo Vetterist Fachanwalt für Strafrecht und Betreiber von lawblog.de 

Bombe, Rakete oder Atom – eines dieser Schlagwörter in einer E-Mail reicht, um ins Fahndungsraster der Geheimdienste zu fallen.

2010 wurden mehr als 37 Millionen Mails und Datenverbindungen kontrolliert – mehr als fünf Mal so viel wie im Vorjahr. Aber nur in 213 Fällen gab es tatsächlich verwertbare Hinweise für die Geheimdienste, um Terroristen, Waffenschiebern und Schleuserbanden auf die Spur zu kommen. Das geht aus einem Bericht des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages hervor.

 

Kann man da noch von Verhältnismäßigkeit sprechen? Darüber haben wir mit Udo Vetter gesprochen. Er ist Fachanwalt für Strafrecht und Betreiber von lawblog.de.

Wir alle stehen mittlerweile offensichtlich unter einer Generalüberwachung. (Udo Vetter)

Kommentare:

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  • wunschdenker says:

    OpenPGP für alle!!!!!!!

  • Frank says:

    Man kann auch Verschlüsselungsverfahren für die Emails benützen und dann steht in der Email etwas ganz anders als leserlicher Text.

    PGP (Pretty Good Privacy) ist ein altbekanntes Verfahren hierzu: http://de.wikipedia.org/wiki/Pretty_Good_Privacy



    Jedoch macht man sich gerade durch die Verschlüsselung verdächtig, denn getreu der Logik jener Paranoiker, “Wer nichts zu verbergen hat, muss auch nichts verbergen”, ist eine verschlüsselte Nachricht höchst verdächtig. Da sollte man vielleicht vorsichtshalber diese Tipps verinnerlicht haben:

    http://www.youtube.com/watch?v=a0n1PNpB00g (Udo Vetter: Hausdurchsuchung)



    Allerdings ist es etwas umständlich, seine Nachricht erst zu verschlüsseln und dann den Schlüssel getrennt auf anderem Wege mitzuteilen. Für jede Nachricht lohnt das sicher nicht aber bei manchen schon, wie Firmengeheimnisse oder Zugangsdaten.



    Nur werden die “Forscher” (?) bei verschlüsselten Emails versuchen, gleich an der Quelle der Entstehung des Textes diesen abzugreifen, mittels Trojaner. Und da macht Verschlüsseln dann sowieso keinen Sinn mehr, wenn ein Trojaner schon die Tastatureingabe abhorcht.



    Außerdem: Was juckt uns der deutsche Geheimdienst, wenn der amerikanische sowieso die Emails alle seit Jahren scannt?

    Echelon ist sicher bekannt aber dass Emails gescannt werden, ist eigentlich seit Langem im Gespräch und das müssen sie nicht einmal in Europa tun.

    Schon vor ca. 10 Jahren wunderte ich mich, dass meine Email mal in einem amerikanischen Spamfilter irgendwo in den USA hängen geblieben ist, obwohl die Mail nur in ein europäisches Nachbarland ging und garantiert kein Spam war.

    Tja, die Emails werden eben um die ganze Welt geleitet und wie das funktioniert, sollte ein Anderer erklären. Hat was mit Routern und dem HTTP System zu tun.



    Ehe ich’s vergesse: Bombe, ... damit die Leseranzahl erhöht wird (hat beinahe was mit Marketing zu tun :-) )