Führungsstreit in der Linkspartei: offen gelebte Demokratie – oder Peinlichkeit?

23.05.2012

Die Linkspartei diskutiert laut und öffentlich über mögliche Nachfolger in der Parteispitze. Solch transparente Debatten sind wir nicht unbedingt gewöhnt. Ist das vielleicht gar kein Streit - sondern offene Demokratie? Und wie wirkt so etwas auf Wähler?

Hat politisch schon bessere Zeiten erlebt: Oskar Lafontaine.© Axel Heimken/dapd

Politkwissenschaftler an der Uni Jena.Torsten OppellandPolitkwissenschaftler an der Uni Jena. 

Lafontaine, Bartsch, Wagenknecht, Kipping – wenn es der Linkspartei an etwas nicht mangelt, dann an Alpha-Tieren.

Oskar Lafontaine war, so schien es, vorgeprescht und hatte seine Kandidatur erklärt – diese jedoch mit Forderungen verbunden. Nach Gegenwind zog der Linken-Übervater dann wieder zurück. Damit bleibt die Nachfolge von Klaus Ernst und Gesine Lötzsch offen. Und an der Parteispitze scheint ein Führungsstreit entbrannt.

Die Diskussion aber, wer dafür geeignet sei und wer nicht, wird sehr offen und teils konfrontativ ausgetragen. Und das ist ungewöhnlich. Zumindest außerhalb von Parteivorständen und Bundesparteitagen finden derlei Abstimmungsprozesse eigentlich kaum statt.

Ist die Linke vielleicht die demokratischere Partei, wenn es um Nachfolge-Suche geht? Oder schadet dieses Verhalten den Parteien?

Torsten Oppelland ist Politikwissenschaftler an der Universität Jena und forscht unter anderem zur politischen Kultur. Seine Einschätzung zu dieser Frage hören Sie hier.

Öffentlicher Führungsstreit - ist die Linke demokratischer als andere Parteien?