Wirtschaftsabkommen mit China

Läuft Großbritannien Deutschland den Rang ab ?

29.10.2015

Dass Angela Merkel bei ihrem Treffen mit China einen Deal über 15 Milliarden Euro unterzeichnet, hat viele überrascht. Denn die wirtschaftlichen Beziehungen mit der Volksrepublik scheinen nicht mehr die besten. Großbritannien scheint für China als Partner immer interessanter zu werden.

Milliarden schwerer Deal

Beim Besuch von Kanzlerin Merkel im Reich der Mitte sind Wirtschaftsabkommen in einem Gesamtvolumen von 18 Milliarden Euro unterzeichnet worden. Unter anderem Großaufträge für den Luftfahrtkonzern Airbus. Denn trotz geringerer Wachstumsraten, wollen China und Deutschland die wirtschaftliche Zusammenarbeit der deutschen mit der chinesischen Wirtschaft ausbauen. China interessiert sich wohl besonders für die neuen Informations- und Umwelttechnologien deutscher Unternehmen.

Einige deutsche Manager sind jedoch eher skeptisch und halten den Kontakt zur chinesischen Industrie auf Sparflamme. Die bisher boomenden deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen haben sich zuletzt merklich abgekühlt.

Gewichtsverschiebung

China hat offenbar sein wirtschaftliches Hauptaugenmerk auf Großbritannien gelegt. Der Wettbewerb zwischen Deutschland und Großbritannien nimmt zu, auch wenn Deutschland immer noch Handelspartner Nummer eins ist.

Britische und deutsche Wirtschaft sind komplementär und das ist der fundamentale Grund, warum die Wirtschaftsbeziehung zwischen China und Großbritannien so eng werden. – Björn Conrad, Mercator Institut for China Studies

Chinas Wirtschaftsfunktionieren sind momentan an Finanzmärkten und Dienstleistungen interessiert, in dieesn Bereichen ist Großbritannien stärker aufgestellt als Deutschland.

Flüchtlingsdebatte

Neben den Geprächen über die Stärkung der gemeinsamen Wirtschaftsbeziehungen deutet Merkel explizit auf die Flüchtlingsproblematik in Syrien, Pakistan und Afghanistan hin. China hat zugesichert, die Fluchtursachen stärker mit zu bekämpfen.

Über das aktuelle Wirtschaftsabkommen mit China hat detektor.fm-Moderatorin Constanze Müller mit Björn Conrad, stellvertretender Direktor vom Mercator Institut for China Studies, gesprochen.

bjoern-conrad_mericsDie Nachfrage in China nach Umwelttechnologien steigt aufgrund der großen Umweltverschmutzung. In dem Bereich hat Deutschland viel zu bieten.Björn Conradvom Mercator Institute of China Studies. 

Redaktion: Aniko Bartfai