Green Radio | Seltene Erden

Rückgewinnung - aber wie?

12.11.2015

Kein Smartphone kommt ohne sie aus: die Seltenen Erden. Eine Elementgruppe, zu der Neodym und Dysprosium gehören, und die besonders wertvoll ist. Deshalb sollen die Rohstoffe nicht mit dem alten Handy auf dem Müll landen, sondern recycelt werden. Das ist aber sehr kompliziert.

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In Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt

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„Wir Industrieländer sind zurzeit dabei, in überproportionalem Rahmen Ressourcen zu verbrauchen“, sagt Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Deshalb sei die Rückgewinnung wertvoller Rohstoffe zur Entwicklung neuer Technologien und Produkte so wichtig, meinen Experten.

Denn immerhin steckt in jedem Laptop Gold und Silber. Jedes Mobiltelefon enthält Palladium, Kupfer, Kobalt. Pro Gerät sind das zwar nur ein paar Gramm oder gar Milligramm. Hochgerechnet auf die rund 140 Millionen Handys in Deutschland geht es um tausende Kilogramm.

Seltene Erden recyceln

Die Hightech-Industrie verwendet zudem vor allem Seltene Erden, eine Elementgruppe, zu der Neodym und Dysprosium gehören. Diese Metalle sind Bestandteil von Computern, Navigationsgeräten, LED-Leuchten, Elektrofahrräder und Windkraftanlagen. Seltene Erden werden jedoch immer knapper und damit teurer. Eine Lösung, weiter von ihren Möglichkeiten zu profitieren, ist ihre Wiederaufarbeitung. Wenn also ein Notebook seinen Geist aufgegeben hat, kann beispielsweise das verwendete Tantal oder Indium herausgelöst werden und anderweitig zum Einsatz kommen. So zumindest in der Theorie.

katharina reh - privatIn jedem Produkt ist eine Vielzahl verschiedener Rohstoffe enthalten in sehr geringer Konzentration. Die zu trennen, ist ein sehr schwieriges Unterfangen.Katharina Reh forscht zum Recyclingpotenzial von Technologiemetallen und anderen kritischen Rohstoffen am Fraunhofer UMSICHT, Institutsteil Sulzbach-Rosenberg. 

Denn das Recycling der Metalle ist sehr kompliziert. Deshalb werden in Deutschland die meisten Sondermetalle bislang nicht oder nur in sehr geringem Umfang aus ausgedienten Produkten zurückgewonnen.

PatrickWäger - privatWir leben in einer überhitzten Welt, in der wir uns ständig neu mit Produkten ausstatten. Wir sollten aber auch daran denken, dass nachfolgende Generationen Rohstoffe brauchen.Dr. Patrick Wäger arbeitet bei der Empa in der Schweiz, einer Forschungsinstitution für anwendungsorientierte Materialwissenschaften und Technologie. 

detektor.fm-Reporterin Insa van den Berg hat sich bei einer Tagung des Umweltbundesamtes umgehört, warum es so schwierig ist, die wertvollen Metalle wiederzuverwerten. Gesprochen hat sie dazu unter anderem mit Katharina Reh vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik Umsicht, Dr. Patrick Wäger von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa aus der Schweiz und Felix Müller, der sich für das Umweltbundesamt mit Ressourcenschonung auseinandersetzt.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAIn der heutigen Zeit bedienen sich viele Technologien solcher wertvoller Rohstoffe. Da muss man sich Gedanken machen, was danach damit passiert, damit die Materialien der Umwelt nicht schaden und wir sie im Wirtschaftskreislauf behalten.Felix Müllersetzt sich für das Umweltbundesamt mit Ressourcenschonung auseinander. 



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