Unsere Ozeane sind extrem wichtig für Klima, Nahrung und Artenvielfalt auf der Erde. Doch leider sind diese Lebensräume stark bedroht. Eine Bestandsaufnahme zum Welttag der Ozeane.
Am 8. Juni wird der Welttag der Ozeane begangen. Der Aktionstag wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen. Er soll daran erinnern, wie wichtig die Meere für das Leben auf der Erde sind — und wie stark sie inzwischen unter Druck geraten sind.
Die Weltmeere erfüllen lebenswichtige Funktionen. Sie speichern große Mengen Wärme und Kohlendioxid, beeinflussen das globale Klima und produzieren einen erheblichen Teil des Sauerstoffs, den wir atmen. Zudem sind sie Lebensraum für Millionen Tier- und Pflanzenarten und sichern die Ernährung vieler Menschen weltweit.
Doch dieser einzigartige Lebensraum steht vor großen Herausforderungen. Die Erderwärmung führt dazu, dass sich die Meere immer weiter aufheizen. Korallenriffe, die zu den artenreichsten Ökosystemen der Welt gehören, leiden unter sogenannten Korallenbleichen und sterben vielerorts ab. Gleichzeitig verändert die Aufnahme von Kohlendioxid die chemische Zusammensetzung des Meerwassers. Fachleute sprechen von einer Versauerung der Meere, die zahlreiche Organismen belastet.
Hinzu kommen weitere Probleme: Plastikmüll gelangt in riesigen Mengen ins Meer und zerfällt dort zu Mikroplastik. Viele Fischbestände sind durch Überfischung gefährdet, zudem beeinflusst der Lärm durch Bohrungen und Schiffsverkehr die Meeresbewohner enorm.
Ein Problem ist auch die schiere Größe der Ozeane: Sie bedecken mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche, doch noch immer sind weite Teile kaum erforscht. Vom weltweiten Meeresboden ist beispielsweise erst ein Viertel kartiert.
Wir wissen über die Ozeane noch immer sehr wenig: Im Vergleich zum Land sind sie eine verborgene Welt.
Verena Tang
Trotz dieser Entwicklungen gibt es auch positive Neuigkeiten. Internationale Vereinbarungen wie das UN-Hochseeschutzabkommen, Meeresschutzgebiete und nachhaltigere Fischereimethoden sollen dazu beitragen, die Ozeane langfristig zu schützen. Forschende beobachten zudem, dass sich manche Ökosysteme erholen können, wenn sie ausreichend geschützt werden.
Verena Tang ist Redakteurin bei Spektrum der Wissenschaft. Im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer geht sie auf den Zustand der Ozeane ein und erklärt, was die größten Bedrohungen für diese wichtigen Lebensräume sind.