Der Pazifik ist ungewöhnlich warm, die Auswirkungen reichen bis nach Europa. Doch welche konkreten Folgen uns der starke El Niño beschert, lässt sich nur schwer vorhersagen.
El Niño ist ein Klimaphänomen, das im Pazifik auftritt, aber globale Auswirkungen hat. 2026 könnten diese außergewöhnlich stark ausfallen, denn im tropischen Pazifik ist das Wasser schon jetzt deutlich wärmer als üblich, der Höhepunkt wird im Dezember erwartet. Dadurch verändert sich die Atmosphäre weltweit. Doch vorherzusagen, was El Niño für Europa bedeutet, ist extrem schwierig.
Denn wir werden nicht direkt vom warmen Pazifikwasser beeinflusst. Die Auswirkungen erreichen uns eher über atmosphärische Fernwirkungen. Eine zentrale Rolle spielen dabei sogenannte Rossby-Wellen. Das sind großräumige Wellen in der Atmosphäre, die unter anderem mit dem Jetstream zusammenhängen und sich über Tausende Kilometer ausbreiten können. Sie transportieren gewissermaßen den El Niño bis nach Europa.
Das kann vor allem im Mittel- und Spätwinter kalte und trockene Wetterphasen begünstigen. Allerdings ist dieses Muster keineswegs garantiert: Frühere starke El-Niño-Ereignisse führten auch schon zu völlig anderen Wintern. Denkbar sind beispielsweise auch Kaltlufteinbrüche in Nord- und Osteuropa, während Südosteuropa milderes und feuchteres Wetter erlebt.
Dass die Vorhersage so schwierig ist, liegt vor allem daran, dass jeder El Niño anders verläuft. Unterschiedliche atmosphärische Wellen und Ozeanströmungen sowie andere Faktoren wie Wetterzyklen über dem Indischen Ozean oder Vulkanausbrüche können die Auswirkungen verändern.
Für Deutschland bedeutet das: Meteorologen und Meteorologinnen können nur Wahrscheinlichkeiten und Tendenzen nennen. Sicher ist vor allem eines: Der Super-El-Niño macht Europas Wetter nicht einfacher vorherzusagen.
Es ist extrem schwer bis unmöglich, die Auswirkungen vorherzusagen.
Lars Fischer
Lars Fischer ist Redakteur bei Spektrum der Wissenschaft und befasst sich dort häufig mit Naturkatastrophen. Warum die Auswirkungen eines Super-El-Niño extrem schwer vorherzusagen sind, erklärt er im Gespräch mit detektor.fm-Moderator Marc Zimmer. Dabei geht er auch auf mögliche wirtschaftliche Folgen des Klimaphänomens ein.