Vielleicht habt ihr es schon gehört: Einige Experten warnen vor einem Super-El Niño in diesem Jahr. El Niño, das ist ja dieses Wetterphänomen im Pazifik, das auch unser Wetter ganz entscheidend beeinflusst. Und ja, wird das dieses Jahr wirklich so krass? Und was würde das eigentlich bedeuten? Darüber sprechen wir heute hier im Spektrum-Podcast. Mein Name ist Marc Zimmer. Schön, dass ihr dabei seid. Spektrum der Wissenschaft, der Podcast von detektor.fm.
Wird es richtig nass und mild, oder wird es richtig kalt und eisig wie der Winter? Das macht man ja in Deutschland gerne zum Beispiel an so Bauernweisheiten fest. Aber ob es viel Schnee und Eis, milde Temperaturen oder vielleicht sogar ungewöhnlich viel Regen gibt, das hängt zu großen Teilen auch damit zusammen, was ganz woanders auf der Erde passiert, im Pazifik nämlich. Dort gibt es das weltberühmte Wetterphänomen El Niño. Und grob gesagt ist das eine natürliche Klimaschwankung, bei der sich das Wasser im tropischen Pazifik deutlich stärker erwärmt als normalerweise. Und das könnte dieses Jahr besonders stark ausfallen. Die Folgen reichen weit über den Pazifik hinaus. In vielen Regionen der Erde kann El Niño Wetterextreme begünstigen. Und auch bei uns hat er großen Einfluss. Aber die Sache ist kompliziert. Denn das warme Wasser vor der amerikanischen Pazifikküste wirkt jetzt nicht direkt auf unser Wetter. Und jeder El Niño ist auch ein bisschen anders.
Also, wir stellen uns die Frage: Was bedeutet denn dieser mögliche Super-El Niño 2026 für Deutschland? Genau darüber will ich sprechen, und zwar mit Lars Fischer. Der ist Redakteur bei Spektrum der Wissenschaft und heute mein Gast hier im Podcast. Hallo Lars! Moin, Marc!
Was ist El Niño?
Ja Lars, was ist denn jetzt eigentlich genau El Niño? Lass uns mal so rein starten. Was passiert da im Pazifik? El Niño ist eine Phase einer großräumigen Oszillation, einer Wetter- und Klimaschwankung im tropischen Pazifik. Das ist Teil der sogenannten ENSO, das ist die Abkürzung für El Niño Southern Oscillation. El Niño, das El Niño-Phänomen und sein Gegenstück La Niña, das das Publikum sicher auch schon gehört hat, das ist quasi die ozeanische Komponente dieser großen Schwingung.
Und was dort im Grunde passiert, ist Folgendes: Man hat ja in den Tropen die Passatwinde, die von Osten nach Westen wehen. Und im tropischen Pazifik drücken sie das Wasser quasi vor sich her. Das heißt, man hat auf der einen Seite im Westen einen höheren Meeresspiegel, einen halben Meter höher ungefähr. Im Osten, vor der amerikanischen Küste, ist er niedriger. Und vor allem ist das Wasser im Westen vor Asien deutlich wärmer als vor Südamerika, weil das warme Wasser vom Wind ja weggedrückt wird und kaltes Wasser aufsteigt. Und das ist der ganz normale Zustand da.
In El Niño-Jahren werden die Winde, diese Passatwinde, schwächer oder kehren sich ganz um. Und dann schwappt das gesamte warme Wasser vom Westen vor Asien, das da vier Grad wärmer ist, 28 im Gegensatz zu 24 Grad, zurück vor die amerikanische Küste. Das heißt, man hat plötzlich enorm viel warmes Wasser, enorm viel Energie vor der amerikanischen Küste. Damit natürlich auch aufsteigende Luft, Konvektion, Regen und so weiter über eine gigantische Fläche. Und diese Energieverschiebung von West nach Ost ist letztendlich das, wodurch El Niño das globale Wetter beeinflusst.
Einfluss auf Europa
Ja, das wollte ich nämlich gerade fragen. Also, wenn das alles im Pazifik stattfindet, warum kann das denn überhaupt das Wetter hier in Europa beeinflussen? Das liegt daran, dass in der Atmosphäre letztendlich alle Systeme und alle Regionen untereinander verbunden sind. Über den Energietransport durch Luftströmungen, über Wellenphänomene, die bei El Niño eine große Rolle spielen und dabei auch Energie über große Strecken transportieren. Über Luftdrucksysteme natürlich.
Zum Beispiel haben wir hier in Europa ja die Westwindzone, in der Sturmsysteme speziell im Winter nach Europa reinziehen. Das sind ja extrem großräumige Angelegenheiten, die sich da gegenseitig beeinflussen über verschiedene Energietransportmechanismen. Das heißt einfach, wenn wir im Pazifik, der Pazifik ist das größte Meer des Planeten, wenn sich da plötzlich von der einen Hälfte des Pazifiks diese ganze Energie in die andere Hälfte verschiebt, dann verschieben sich diese ganzen Systeme überall auf der Erde. Natürlich auf relativ schlecht teilweise vorhersagbare Weise, aber sie verschieben sich.
Energie wird übertragen, Energie wird auch in die oberen Teile der Lufthülle übertragen. Und das heißt, das ist alles wie so ein Netz, das irgendwie zusammenhängt, in dem alles auf alles reagiert. Und auch wenn wir hier in Europa ein bisschen außerhalb der El Niño-Schusslinie sind, weil El Niño ja ein tropisches Phänomen ist und wir sind sehr weit im Norden tatsächlich hier in Europa. Also, das unterschätzt man manchmal, wie weit im Norden wir hier sind. Das heißt, der Einfluss von El Niño ist indirekt, aber weil alles mit allem in der Atmosphäre zusammenhängt, merken wir das natürlich auch.
Beispiele aus der Vergangenheit
Jetzt ist El Niño ja wirklich als Phänomen und auch als Begriff einfach schon sehr, sehr bekannt, auch unter Leuten, die sich jetzt, sag ich mal, nicht groß mit dem Wetter und dem Klima sonst auseinandersetzen. Hast du mal so ein paar Beispiele aus der Vergangenheit, wo man sagt, da hatte es besonders krasse Auswirkungen oder Folgen? Da gibt es mehrere. Wenn man sagen würde, der größte oder einer der schwerwiegendsten, an den man sich heute sozusagen noch erinnert, das waren 2015/2016. Das war der damals stärkste oder einer der stärksten El Niños. Es hängt ein bisschen davon ab, wie man es betrachtet.
Und das war eben auch einer der globalen Folgen hatte, ganz erhebliche globale Folgen, vor allem natürlich in den eher tropischen Regionen. Also man hatte da sehr starke Waldbrände in Australien, Südamerika, schwere Dürre, auch mit Waldbränden in Asien. Ostafrika kriegt in den El Niño-Jahren sehr viel Regen ab. Und 2016, im Winter 2016, war dann in Ostafrika eben auch ein starkes Überschwemmungsjahr. In Südafrika, im südlichen Afrika, haben dann umgekehrt durch die starke Dürre viele Länder wie Zimbabwe den Notstand ausgerufen.
Man kann jetzt, muss man ehrlich sagen, nicht auf diesen einen Punkt zeigen, so nach dem Motto: Dieses große Ereignis, was weiß ich, das damals durch alle Medien gegangen ist, daran erinnern sich jetzt alle, das war der El Niño. Das kann man bei El Niño leider nicht sagen, weil das ja überwiegend die tropischen Regionen betrifft und man sich hier in Europa, speziell in Deutschland, ja für den globalen Süden nicht so besonders interessiert. Und da eben auch anders als im englischsprachigen Raum auch ganz, ganz wenig mediale Berichterstattung darüber hat. Deswegen kriegen wir es oft nicht mit.
Aber was wir 2016, 2015/2016 tatsächlich mitbekommen haben hier, auch in den größeren Schlagzeilen, das war der damals stärkste jemals beobachtete Schneesturm in New York. Kann man heute auch in den Zeitungsberichten nachlesen. Und in Großbritannien gab es dann im Winter 2015/2016 auch außerordentlich starke Überschwemmungen, über die es auch hier in Deutschland erhebliche Berichterstattung gab und auch teilweise sehr eindrucksvolle Fotos. Und diese Überschwemmungen im Westen und Nordwesten Europas, dieser milde, sehr regenreiche Winter, das ist tatsächlich etwas, was man bei El Niños oft beobachtet und einer der deutlicheren Einflüsse oder der verlässlicheren Einflüsse, die man hier in Europa vielleicht erwarten kann.
Ausblick auf 2026
Ja, soweit mal zu einem Beispiel aus der Vergangenheit, ungefähr zehn Jahre her. Jetzt gehen wir mal zurück nach 2026. Warum wird vermutet, dass der El Niño dieses Jahr auch besonders stark sein könnte? Das liegt einfach daran, dass die Temperaturen im zentralen Pazifik so unglaublich hoch sind. Man bemisst El Niño ja an den Temperaturanomalien, Wassertemperaturanomalien im zentralen Pazifik. Also, wenn ihr euch nicht erinnert: El Niño bedeutet ja, dass das warme Wasser von der Küste Asiens einfach nach Osten, Richtung Amerika, zurückschwappt.
Und da dieses Wasser so viel wärmer ist, kann man also dieses Zurückschwappen einfach daran erkennen, indem man in einem Bereich des zentralen Pazifiks oder über den Pazifik hinweg die Wassertemperaturanomalie misst. Das heißt, es gibt so verschiedene Zonen im Pazifik, die haben unterschiedliche Namen, in denen man diese Temperatur misst und bewertet. Und es gibt eine ganz zentrale Zone, die nennt man Niño 3.4 im zentralen Pazifik. Die ist eigentlich der bekannteste und bedeutendste Indikator.
Wenn die Temperatur dort eine höhere Anomalie als 0,5 Grad über dem langjährigen Mittel hat, dann spricht man, wenn das länger anhält, von El Niño-Bedingungen. Und im Moment ist die Wassertemperaturanomalie dort über 3 Grad. Das ist der höchste bisher gemessene Wert. Und es ist nicht nur der Rekord für den stärksten El Niño. Man darf ja nicht vergessen, der Peak vom El Niño ist ungefähr um den Dezember rum. Das heißt, da treten normalerweise die höchsten Temperaturen auf. Wir haben jetzt Oktober, die Wassertemperaturen steigen wahrscheinlich noch weiter, und schon jetzt haben wir die höchste dort jemals gemessene Temperatur.
Das heißt, das ist schon allein von diesem Maßstab, an dem man den El Niño festmacht, ist das schon ein außerordentliches Extremereignis. Und deswegen ist noch nicht so ganz klar, was uns da jetzt erwartet. Ja, das wäre meine nächste Frage auch gewesen, weil es ist irgendwie klar: Die Temperaturen sind hoch und wir erwarten einen besonders starken El Niño. Aber was uns jetzt konkret hier in Europa erwartet, du hast es ja eben schon ein bisschen angeschnitten, es ist schwer, das vorherzusagen.
Vorhersagen und Unsicherheiten
Ja, genau. Der Hintergrund ist, wie ich ja schon angedeutet hatte, dass El Niño ein tropisches Phänomen ist. Eben der tropische Pazifik beeinflusst tropische Regionen auf dem Rest des Globus. Wir in Europa sind eben ziemlich weit weg von den Tropen. Wir sind hoch im Norden. Das heißt, wir sind da nicht voll in der Schusslinie. Und die Effekte von El Niño, also die Energietransportmechanismen, die müssen deswegen indirekt zu uns kommen.
Und da gibt es zwei Wege, wie das passieren kann. Dazu muss man erstmal sehen: Wir haben ja deutlich höhere Temperaturen im Ostpazifik. Dort steigt warme Luft auf, Wasser kondensiert, Feuchtigkeit kondensiert. Das heißt, wir haben da quasi ein ungewöhnliches Brodeln in der Atmosphäre, das dort nicht ist. Und dieses Brodeln in der Atmosphäre verursacht atmosphärische Wellen, Rossby-Wellen. Und das sind die Mechanismen, über die letztendlich die Energie und der Einfluss des Wetters nach Europa transportiert wird.
Aber vom Pazifik nach Europa, das ist schon relativ weit. Und da gibt es jetzt quasi zwei Wege. Wir haben einerseits die Möglichkeit, dass sich diese Wellen quasi durch Korridore über Nordamerika über den Atlantik dann quasi direkt nach Europa schlängeln und die Abfolge von Hoch- und Tiefdruckgebieten beeinflussen. Zum Beispiel die Sturmbahnen, also den Jetstream, und die daran gekoppelten Sturmbahnen, die werden also quasi direkt von diesen Wellenzügen beeinflusst und führen dann auch dazu, dass später im Winter oft bei El Niño-Jahren die Stürme weiter im Süden durchziehen und Südwesteuropa, der Mittelmeerraum, dann ein bisschen mehr Regen kriegen, ein bisschen milder und feuchter sind.
Also solche Wellen, die sich da ausbreiten. Und dann haben wir den zweiten Weg, bei dem sich diese Wellen nach oben fortpflanzen in die Stratosphäre, also den Teil der Lufthülle, der über dem Wetter ist, da drüber. Und in der Stratosphäre haben wir im Nordpolargebiet den stratosphärischen Polarwirbel. Das ist einfach ein Luftwirbel über dem Nordpolargebiet in 10 bis 50 Kilometern Höhe ungefähr. Und dessen Stärke, dessen Verhalten hat im Winter eben auch große Einflüsse auf unser Wetter.
Und wenn dieser Energietransport aus dem Pazifik durch El Niño diesen Polarwirbel schwächt, was er tut, aus Gründen der Drehimpulserhaltung, schwächt er eben diesen Polarwirbel. Und es gibt noch einen zweiten Weg, wie die Energie von El Niño, von dieser brodelnden Atmosphäre über dem Ostpazifik nach Europa kommt. Und dabei muss man eben auch sehen, dass diese Wellen, die Rossby-Wellen, nicht nur horizontal durch die Atmosphäre wandern, sondern sie können sich auch nach oben fortpflanzen in die Stratosphäre.
Das ist die Atmosphärenschicht oberhalb unseres Wetters, quasi in 12 bis 50 Kilometer Höhe, plus minus. Und in der Stratosphäre haben wir hier auf der Nordhalbkugel, ganz wichtig für Europa, den Polarwirbel, den stratosphärischen Polarwirbel. Und der beeinflusst eben unser Wetter in Europa, weil dessen Verhalten, ob der sich teilt, ob der stärker wird oder schwächer wird, der beeinflusst eben, wie die Luftdruckverteilung über Europa, über dem Nordatlantik ist, ob zum Beispiel kalte Luft nach Europa reinströmt.
Und wenn jetzt diese Energie und auch der Drehimpuls dieser Wellen aus dem El Niño-Gebiet, aus dem tropischen Pazifik, den Polarwirbel beeinflusst, dann wird der Polarwirbel schwächer, die Polarstratosphäre kann sich sehr stark erwärmen. Und das kann dazu führen, dass der Polarwirbel zusammenbricht. Und das ist ein Effekt, der sich dann auch relativ schnell nach unten in Richtung Erdboden fortpflanzt.
Und durch diesen zusammengebrochenen Polarwirbel, das ist letztendlich das, was quasi zu so Kaltlufteinbrüchen nach Europa führen kann. Und diese Kaltlufteinbrüche, die finden im Spätwinter statt. Und das kann man sich ja auch klar machen. Und die Wellen können jetzt nicht einfach durch die untere Atmosphäre nach Europa wabern und da Wettermuster, was weiß ich, im Westeuropa und so beeinflussen, sondern die müssen erst nach Norden, die müssen in die Stratosphäre, die müssen diesen Wirbel beeinflussen, die müssen Energie und Wärme und Drehimpuls transferieren.
Das geht nach oben und dann geht das langsam wieder nach unten. Das dauert lange. Das heißt, dieser Polarwirbel-Einfluss, das ist der, der sich im Spätwinter bemerkbar macht. Das heißt, im Januar und Februar, dann würde man erwarten, in einem typischen, will man mal sagen, El Niño-Jahr, dass es da zu Kaltlufteinbrüchen nach Europa kommt, aus der Arktis eben, weil dieser Polarwirbel zusammengebrochen ist. Das sind die beiden Einflüsse.
Und das Problem an der Sache ist, das geht über tausende Kilometer, das geht rauf und runter, das geht über den Atlantik hier und da. Und diese Wellen, die sich da bewegen, das sind ja nicht die einzigen Wellen in der Atmosphäre. Rossby-Wellen gibt es ganz viele. Es gibt zum Beispiel Rossby-Wellen der Wellenzahl 1. Das heißt, es spannt sich dann einmal um den Erdball, hat einen Berg und ein Tal. Und es gibt die Rossby-Wellen im Jetstream, die möglicherweise die Leute kennen, wenn jetzt der Jetstream über Europa blockiert ist und so.
Das heißt, es gibt unglaublich viele Wellen in der Atmosphäre die ganze Zeit. Und dann kommen die El Niño-Wellen und wühlen sich da irgendwie durch nach Europa. Natürlich kann da dieses Tiefdruckgebiet oder dieser Luftdruckgegensatz über den Indischen Ozean, der Indische Ozean spielt da auch eine wichtige Rolle, nachher für den Verlauf des Frühlings in Europa zum Beispiel. Oder auch, wie ist der Zustand der Atmosphäre über dem Atlantik? Es ist ein Ding.
Die Rossby-Wellen, diese Wellen, die wandern eigentlich nach Westen, also von Europa weg. Das heißt, man braucht schon eine geeignete Luftströmung, um diese Wellen überhaupt nach Osten, nach Europa zu kriegen. Und wenn dieser Zustand der Atmosphäre da ein bisschen günstiger oder ein bisschen ungünstiger ist, sind die Effekte natürlich ganz anders. Das sind einfach sehr indirekte Fernwirkungen, die auf dem Weg noch mit ganz vielen anderen Dingen wechselwirken können. Und das ist extrem schwer, wenn nicht unmöglich, vorherzusagen.
Fazit
Verstehe, Lars. Okay, aber wenn ich mich doch mal darauf festnageln würde: Was kann man denn vielleicht über die Auswirkungen für uns in Europa in diesem Jahr schon sagen und was nicht? Was wir definitiv sagen können, ist, dass in der aktuellen wirtschaftlichen Situation, weltwirtschaftlichen Situation, die wir ja auch mitkriegen, mit dem Ukraine-Krieg, mit den hohen Ölpreisen und entsprechend auch mit der relativ hohen potenziellen und tatsächlichen Inflation in vielen Gebieten der Erde, da kann man schon sagen: Wenn jetzt El Niño große Teile des globalen Südens oder auch Australien oder möglicherweise eben auch Nordwesteuropa mit Wetterkatastrophen trifft oder wenn wir wieder schwere Dürre in vielen Regionen sehen, in Teilen Südamerikas oder Überschwemmungen in Ostafrika und so, das ist natürlich, das verursacht immense Kosten, das verursacht Störungen in Lieferketten, Störungen in wirtschaftlichen Beziehungen und so weiter.
Und diese Kosten, diesen Wohlstandsverlust, den El Niño der Weltwirtschaft aufdrückt, das ist etwas, das wir auf jeden Fall in der einen oder anderen Weise spüren werden. Ob wir uns das eingestehen, dass das El Niño-Folgen sind, oder ob man da wieder die üblichen Schuldigen findet, naja, das ist eine andere Frage. Aber natürlich werden globale Wetterkrisen, globale Veränderungen und Verschlechterungen für die Landwirtschaft speziell erhebliche Konsequenzen für unseren Wohlstand haben.
Worauf du hinaus willst, ist natürlich: Was kann man für unser Wetter sagen? Naja, das ist leider offen, muss man sagen. Wir werden etwas merken, aber das ist dann wieder so ein Ding: Naja, wir können es jetzt nicht vorhersagen. Wir können uns hinterher dann hinstellen und das analysieren und sagen: Naja, das war El Niño und der hatte den Effekt, weil der Indische Ozean oder hier ein Wirbelsturm auf dem Atlantik und so. Und das kann man im Nachhinein dann in irgendeiner Weise natürlich zuordnen, gewisserweise. Aber vorhersagen dazu würde ich mich jetzt nicht versteigen. Das ist gerade wegen dieser indirekten Einwirkungen auf Europa total offen aus meiner Sicht.
Okay, also alles ein bisschen schwer zu sagen. Aber klar ist: El Niño wird auch in diesem Jahr Folgen haben. Wie genau die aussehen, das erfahrt ihr dann auch vielleicht, wenn es soweit ist, auf spektrum.de. Da könnt ihr auch alles nochmal nachlesen, Lars‘ Artikel dazu zum möglichen Super-El Niño dieses Jahr.
Und Lars, dir sage ich vielen, vielen Dank, dass du uns das hier mitgebracht hast in den Podcast. Ja, danke dir auch für das nette Gespräch. Und das war es schon wieder für diese Woche vom Spektrum-Podcast. Euch vielen, vielen Dank fürs Zuhören. Gerne auch kommenden Freitag wieder einschalten. Wie immer gibt es dann eine neue Folge von uns. Und bis dahin könnt ihr gerne den Podcast abonnieren. Ihr könnt kommentieren, bewerten und natürlich gerne auch teilen. Das hilft uns sehr. Auch dafür vielen, vielen Dank. Mein Name ist Marc Zimmer und ich sage Tschüss und macht’s gut. Tschüss!