Autonomes Fahren und Apple Music

"Wo Menschen sind, gibt es Probleme"

05.07.2016

Rückschlag bei der Entwicklung autonomer Fahrzeuge. Ein Tesla-Mitarbeiter ist bei einem Unfall während einer Testfahrt gestorben. Konkurrent Google sieht in seinem neusten Monatsbericht vor allem Radfahrer als Problem. Außerdem: Streaminganbieter Apple Music plant den Angriff auf Spotify.

Autonomes Fahren: Mehr als Geburtswehen?

Autonomes Fahren, also selbstständig fahrende Fahrzeuge, ist der Megatrend im Straßenverkehr. Fast alle großen Hersteller forschen und testen derzeit verschiedenene Systeme. Aber auch neue Player wie Tesla und Google bewegen sich in diesem Feld.

Doch dabei stoßen sie derzeit auf Probleme. Tesla hat dabei vergangene Woche den wohl größten Rückschlag erlitten. Auf eines Testfahrt hatte ein Tesla-Fahrzeug einen entgegenkommenden Lastwagen übersehen. Bei dem Unfall kam der Fahrer ums Leben. Die Software hat den LKW wohl fälschlicherweise als großes Autobahnschild gedeutet.

In diesem Testvideo sieht man, wie die autonome Version des Tesla Modell S funktioniert. Quelle: youtube/Jalopnik

Google berichtet derweil in seinem Monatsbericht über andere Probleme mit seinen autonomen Fahrzeugen. Die würden nämlich vor allem mit dem Erkennen von Radfahrern Probleme haben. Deshalb hat Google seine Fahrzeug mit einem außergewöhnlichen Versuchsaufbau getestet.

Sie haben ein Auto mitten in der Nacht irgendwo hingestellt und hundert Radfahrer dieses Auto umkreisen lassen. (…) Und die Google-Sensoren sollten herausfinden: Wo ist das Fahrrad und kann es das zuordnen. – WIRED Germany-Chefredakteur Nikolaus Röttger

Apple Music: Frontalangriff zum ersten Geburtstag

Ein Wachstumsmarkt ist auch das Streaming von Musik im Internet. Neben den Marktführern Google und Spotify versucht sich auch Apple seit einem Jahr mit einem eigenen Streamingdienst. Apple Music hat zwar erst 15 Millionen Nutzer, aber einige Vorteile.

Einerseits kann Apple mit seiner Marktmacht bei Smartphones die Konkurrenz ausbremsen. So lässt der Konzern derzeit keine Spotify-Updates auf seinen iPhones zu. Hintergrund ist ein Streit um den Gewinnanteil, den Apple von Spotify nicht bekommt. Vergangene Woche eskalierte der Streit öffentlich.

Einst Gegner, heute Verbündete. Popstar Taylor Swift macht mittlerweile Werbung für Apple. Quelle: youtube/ Beats 1 Radio

Andererseits macht Apple aus einem einstigen Nachteil einen Vorteil. Nach dem Streit mit Superstar Taylor Swift, die die Politik von Apple attackierte, nahm der Konzern die Sängerin einfach unter Vertrag. Mittlerweile scheint sich das Modell als Streaming-Label für Apple richtig auszuzahlen.

Könnte Apple Music damit ein Boom bevorstehen? Was kann Google aus seinem Radfahrer-Test lernen? Und steckt die Entwicklung des autonomen Fahrens in der Krise. Darüber hat detektor.fm-Moderator Alexander Hertel mit Nikolaus Röttger gesprochen. er ist Chefredakteur der WIRED Germany.

Nikolaus Röttger, Chefredakteur von Wired GermanyAm Ende wird sich der durchsetzten, der es schafft, die Labels und Künstler mitzunehmen. Das gilt für alle Musikstreaming-Anbieter.Nikolaus Röttgerglaubt, dass Apple Music mit dem Label-Modell seinen Durchbruch schaffen könnte.