Betrug mit Affiliate-Links

Manipulierte Add-Ons greifen Fake-Provisionen ab

20.02.2018

Wer im Internet eine Kaufempfehlung ausspricht und auf einen Onlineshop verlinkt, kriegt eine Provision. Betrüger haben sich das System dieser Affiliate-Links offenbar zunutze gemacht – und dabei sechsstellige Beträge kassiert.

Was sind Affiliate-Links?

Affiliate-Links hat wahrscheinlich jeder schon mal gesehen, der im Internet unterwegs ist. Das System hinter dem Begriff ist denkbar einfach: In einem YouTube-Video oder Blogbeitrag wird ein Produkt erwähnt. Unter dem Beitrag steht dann ein entsprechender Link zu Amazon oder einem anderen Onlineshop. Wenn man darauf klickt und das Produkt kauft, wird ein kleiner Teil des Kaufpreises an den Blogger oder YouTuber überwiesen – sozusagen als Dankeschön für die Empfehlung.

Monatlich werden so hunderttausende Euro an Blogs und andere Portale ausgeschüttet. Für Händler und Seitenbetreiber ist das eine Win-Win-Situation: Die einen freuen sich über mehr Kundschaft, die anderen verdienen mit. Was aber, wenn Betrüger das System kapern und die Provisionen auf ihre eigenen Konten umleiten? Genau das soll laut einer Recherche des Magazins c’t über Monate hinweg passiert sein.

Manipulierte Erweiterungen generieren Fake-Provisionen

Mithilfe von manipulierten Browser Add-Ons sollen Betrüger den Onlinehändlern suggeriert haben, dass deren Kunden stets von einer bestimmten Seite weitergeleitet wurden. So sollen Provisionen im sechsstelligen Bereich fälschlicherweise an die Abzocker geflossen sein.

Unsere Recherchen legen nahe, dass das wirklich kein Einzelfall ist. Denn die betroffenen Erweiterungen sind hunderttausendfach auf Rechnern installiert. – Achim Barczok, c’t-Magazin

Wie das überhaupt passieren konnte und was das für Nutzer und Werbetreibende bedeutet, darüber hat detektor.fm-Moderator Christian Erll mit Achim Barczok gesprochen. Er ist stellvertretender Chefredakteur des Magazins c’t.

Achim_BarczokMan sollte darauf schauen, nicht zu viele Erweiterungen zu installieren, weil das generell ein Einfallstor ist. Also: Wirklich nur Add-Ons im Browser installieren, die man wirklich braucht. Achim Barczokist stellvertretender Chefredakteur des Magazins c't. 

Redaktion: Jan Philipp Wilhelm