Das wird heute wichtig: Boris Rosenkranz

"Ferndiagnosen sind gefährlich und nicht zu verteidigen."

04.02.2016

Merkels Handeln in der Flüchtlingskrise sei "irrational" - so kürzlich die Diagnose eines Psychoanalytikers in der Huffington Post. Obskure mediale Ferndiagnosen lassen sich prima in Schlagzeilen packen, inhaltlich sind sie eher zweifelhaft. Boris Rosenkranz von übermedien.de findet den Trend zur pseudo-medizinischen Analyse von politischen Themen sogar gefährlich.

Das wird heute wichtig: 4. Februar 2016

In der neuen Vormittagssendung bei detektor.fm schauen wir ab sofort darauf, was an diesem Tag passiert. Diesmal spricht Boris Rosenkranz von übermedien.de mit detektor.fm-Moderator Christian Bollert über pseudo-psychologische Ferndiagnosen, mit denen einige Online-Medien politische Entscheidungen analysieren. Zuletzt geschehen bei der Huffington Post, wo der Psychoanalytiker Hans-Joachim Maaz Bundeskanzlerin Merkels Handeln in der Flüchtlingskrise als „vollkommen irrational“ bezeichnet hat.

Solche Einschätzungen werden nicht nur gern genutzt, um mehr Reichweite und Klicks zu generieren, sondern gezielt auch in den sozialen Netzwerken verbreitet. Deren Nutzer sind allerdings nicht immer besonders kritisch, wenn es darum geht, Themen trotz dünner Faktenbasis schnell weiterzuverbreiten. Rosenkranz hält dabei ein Phänomen für besonders gefährlich: Teilweise wird nicht einmal mehr der Link angeklickt, um nachzulesen, worum es eigentlich genau geht.

Die fangen direkt an zu kommentieren. – Boris Rosenkranz, übermedien.de

RosenkranzAuf Facebook bei Focus-Online werden Leute gelockt, die in ihren Ressentiments nur bestättigt werden. Man kann nicht nur stolz darauf sein, wieviele Kommentare man hat, sondern sollte sich auch einmal anschauen was das für welche sind.Boris RosenkranzGründer von übermedien.de 

Boris Rosenkranz

Boris Rosenkranz betreibt gemeinsam mit Stefan Niggemeier die Medienkritik-Webseite übermedien.de. Außerdem arbeitet er als freier Autor für das Medienmagazin ZAPP und Extra 3 beim NDR Fernsehen. Davor hat er unter anderem für die Medienseite der taz geschrieben.