Tunesien und Ägypten: warum das keine Netz-Revolution ist

03.02.2011

Die Netz-Generation ist begeistert: für sie kam die Revolution in Tunesien und Ägypten aus dem Web. Doch Harvard-Professor und Netz-Vordenker Ethan Zuckerman widerspricht.

Twitter und Facebook haben für die Organsation von Protesten, wie jüngst in Tunesien und Ägypten, eine gewisse Bedeutung. Aber wie hoch ist sie wirklich? / © Marc Müller/ ddp

ist Professor an der renommierten Harvard University und Mitgründer von Global Voices Online.Ethan Zuckermanist Professor an der renommierten Harvard University und Mitgründer von Global Voices Online. 

Demonstranten in Tunesien organisierten sich anfänglich angeblich über die Web 2.0-Kanäle wie facebook und twitter. In Ägypten wurde diese Entwicklung der Web 2.0-Aktivitäten scheinbar schnell erkannt. Die Regierung sperrte das Internet kurzerhand. Somit waren auch die Netz-Kanäle für die Protestbewegung blockiert.

Das Web 2.0 hat nach Meinung einiger auch die Protestkultur verändert – und beschleunigt das Entstehen von Revolutionen. Doch ist das wirklich so? Laufen facebook und twitter dem Telefon und dem Fernsehen den Rang ab? Und welche Bedeutung haben die neuen  Kommunikationswege bei den Aufständen in Tunesien und Ägypten?

Ethan Zuckerman ist Professor an der Harvard University und forscht seit Jahren zu den Möglichkeiten, die das Web 2.0 bietet. Außerdem ist er Mitbegründer der Blogger-Plattform „Global Voices“. Er analysierte die Twitter-Posts aus Nordafrika und konnte so den Ausbruch der Unruhen in Ägypten vorhersagen. Und er meint: weder Tunesien noch Ägypten zeigen uns etwas wirklich neues. Wie er das begründet, darüber haben wir mit Ethan Zuckerman gesprochen.