Die Zukunft des digitalen Journalismus‘

Zu Besuch beim Campfire-Festival

03.09.2018

Wie arbeiten Medien in fünf, zehn oder 20 Jahren? Zukunftsszenarien gibt es viele, konkrete Umsetzungen im Journalismus bis jetzt erst wenige. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Sie diesen Text im Badezimmerspiegel angezeigt bekommen, während Sie sich die Zähne putzen? Möglich wär's.

Ein Blick in die Zukunft

Es ist das Jahr 2040, im Rheinland wird Karneval gefeiert. Der Rosenmontagszug in Düsseldorf verspätet sich etwas, wegen der Grenzkontrollen zwischen Neuss und Düsseldorf. Dafür steht jetzt schon fest: Die Kriminalität sinkt, weil eine neue Droge die Agressivität nach dem Alkoholkonsum senkt. So, oder so ähnlich, könnten Push-Benachrichtigungen im Karneval 2040 klingen. Johannes Klingebiel aus dem Innovationsteam der Süddeutschen Zeitung will seine Workshop-Teilnehmer beim Campfire Festival dazu bringen, mehrere Jahre in die Zukunft zu blicken. Dabei fällt auf, dass die meisten Zukunftsszenarien über journalistische Berichterstattung eher in die dystopische Richtung gehen. Die Zukunft des Journalismus‘ sieht aber trotzdem nicht allzu düster aus.

Die Digitalisierung des Journalismus

Die Verkaufszahlen von Smartphones gehen zurück. Aber vielleicht brauchen wir sie in Zukunft auch nicht mehr. Samsung hatte zuletzt angekündigt, ab 2020 alle Geräte mit einem Mikrofon auszustatten. Die Bedienung über ein Display würde dann hinfällig werden. Auf solche Umstellungen müssen sich Journalisten und Medienhäuser in ihrer Arbeit einstellen. Dabei sind sie noch ein bisschen zögerlich.

Je radikaler die Welt sich um dich herum verändert, desto radikaler musst du auch selbst werden. Und ich sehe da noch nicht genug Radikalität in den Medien. – Richard Gutjahr, Journalist

Die Fake News-Debatte

Eine Fake-News-Kampagne zur Bundestagswahl 2017 gab es nicht. Trotzdem haben Studien gezeigt, dass sich Fake News zum Teil schneller verbreiten als wahre Nachrichten. Aus Sicht von Daniel Moßbrucker, Internetreferent bei Reporter ohne Grenzen, wird das Fake-News-Problem in Deutschland aber größer gemacht, als es ist.

Wir wissen, dass ungefähr ein Drittel der deutschen Bevölkerung regelmäßig bei Facebook ist. Das heißt aber auch, dass zwei Drittel da nicht sind. – Daniel Moßbrucker, Reporter ohne Grenzen

Mit den Folgen solcher Ideen hat man sich drei Tage auf dem Campfire-Festival in Düsseldorf beschäftigt. Daneben hat es Debatten und Talks über die Zukunft Europas und die Migrationspolitik gegeben. Anja Bolle war für detektor.fm in Düsseldorf. Wie digitaler Journalismus in der Zukunft aussehen könnte, darüber darüber hat sie mit detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt gesprochen.