Forschungsquartett | Das Projekt „News-Stream 3.0“

Journalismus in der digitalen Welt

13.08.2015

Wie kommen Journalistinnen und Journalisten mit den Nachrichtenströmen in der digitalen Welt zurecht? Sind sie überfordert? Erkennen Sie Fehl-Infos? Das Projekt "News-Stream 3.0" soll die Antwort sein.

Informationen ohne Ende

Big Data – das ist Modewort und Formel des 21. Jahrhunderts. Es bezeichnet große und komplexe Datenströme, die nach neuen Verarbeitungsmethoden verlangen. Auch Journalisten werden mit großen Datenmengen, also Big Data, konfrontiert: Seien es Blogs, soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter und Nachrichtenportale, Journalisten in der digitalen Welt müssen in kurzer Zeit mit zahlreichen Informationsströmen umgehen.

Das Projekt „News-Stream 3.0“

Um Journalisten den Umgang mit den vielen Daten und Informationsquellen im Internet zu erleichtern, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung das Projekt „News-Stream 3.0“ ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um eine digitale Infrastruktur, bei der computerbasierte Verfahren einen Teil der täglichen Recherchearbeit übernehmen sollen.

Für News-Stream arbeiten Journalisten der Deutschen Welle und der Deutschen-Presse-Agentur mit Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) und der Neofonie GmbH zusammen.

Daniel Stein vom Fraunhofer-IAIS koordiniert das Forschungsprojekt und beschreibt die Ziele von „News-Stream 3.0“.

Daniel Stein_News-Stream3.0_ForschungsquartettEs geht im Prinzip darum, dass man im journalistischen Alltagsgeschäft mit einer großen Anzahl von eingehenden Nachrichtenströmen umgehen kann - dergestalt, dass man sich auf bestimmte Teilaspekte fokussieren kann, während automatische Verfahren monitoren, ob nicht noch gerade irgendetwas anderes Wichtiges passiert, auf das man seine Aufmerksamkeit verschieben sollte.Daniel Stein forscht am Fraunhofer Institut für intelligente Analyse- und Informationssysteme. 

Die Beteiligten entwickeln Tools, die die Recherchearbeit im Netz vereinfachen sollen – dazu zählen unter anderem das so genannte Text Mining und die Sprecher- und Spracherkennung.

Beim Text Mining handelt es sich um Algorithmen, die Bedeutungszusammenhänge aus Texten herausfiltern können. Als Journalist soll man mit News-Stream Texte wie Reden, Pressemitteilung und Studien auf relevante Schlagworte hin untersuchen können.

Wie genau die Spracherkennung funktioniert, erklärt Wissenschaftler Daniel Stein hier:

Cosmin Cabulea aus dem Innovationsteam der Deutschen Welle hat schon eine konkrete Vorstellung vom fertigen Produkt „News-Stream 3.0“

Cosmin Cabulea_News-Stream3.0_ForschungsquartettEs ist modular aufgebaut, und das ist auch das Wichtige daran; nicht jeder Newsroom braucht alle Module. Es gibt Redaktionen, die sind spezialisiert - wie Radio-Redaktionen oder TV-Redaktionen - die möglicherweise einige Module nicht brauchen. Das Ganze wird vermutlich eine browserbasierte Anwendung sein, so dass sie über die Browser alle entsprechenden Analysen fahren können.Cosmin Cabuleaarbeitet im Innovationsteam der Deutschen Welle 

detektor.fm-Redakteur Max Heeke hat mit dem Journalisten Cosmin Cabulea von der Deutschen Welle und dem Wissenschaftler Daniel Stein gesprochen und stellt das Projekt „News-Stream 3.o“ vor.