Fortschritt | “KitKat” ist da – Was Android 4.4 kann und wer es bekommt

05.11.2013

Google präsentiert sein neues Smartphone: doch die eigentliche Überraschung schlummert im Nexus 5. Die neue Version von Android bringt einige interessante Neuerungen mit - und zeigt, welchen Kurs der Gigant im Mobile-Bereich einschlägt.

Hallo, da bin ich. Das neue Android 4.4 namens KitKat ist da. Foto: Scott Akerman / Flickr

Die erste Million ist die schwerste, wird behauptet. Bei Google denkt man in einer anderen Größenordnung. Nachdem nun weltweit eine Milliarde Android-Geräte in Betrieb sind, hat Google jetzt die neuste Version seines Betriebssystem vorgestellt. Android-Chefentwickler Sundar Pichai macht die Messlatte klar: mit KitKat soll die zweite Milliarde erreicht werden.

Ob das mit Android Kit Kat erreicht werden kann und welche Neuerungen an Bord sind, erklärt Macus Engert im Kollegengespräch.

Das Telefonbuch soll sich z.B. auch nach Kontakten sortieren lassen, die gerade in der Nähe sind.


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+++ Das Gespräch zum Mitlesen +++

Also: Android 4.4 hat den Namen KitKat bekommen. Ist das ganze eine Revolution? Ja oder Nein?

Also, an der Tatsache, dass man das neue Android gar nicht extra vorgestellt hat, scheint man schon ablesen zu können: eher nein. Android 4.4 kommt eher durch die Hintertür. Google hat nämlich gerade sein neues Smartphone vorgestellt, das Nexus 5. Und dort drin werkelt zum ersten Mal das neue Android. Nicht wenige Beobachter aber haben danach geschrieben: naja, die eigentliche Sensation im Nexus 5 ist eben dieses neue Android.

Und warum? Ich frag mich das eigentlich schon eine ganze Weile: kann man denn wirklich immer wieder etwas sensationell Neues erfinden? Immerhin geht’s ja „nur“ ums Telefonieren?

Das ist interessant, denn genau hier liegt eine der Neuerungen, die mit Android KitKat kommt. Das Telefonbuch, in dem alle deine Kontakte gespeichert sind, sortiert sich laufend neu. Je nach Wichtigkeit der Einträge. Es soll sich auch nach Kontakten sortieren lassen, die gerade in der Nähe sind. Und: es wird ganz eng mit dem Kerngeschäft von Google verzahnt: der Suche. Ruft jemand an, der dir oder besser deinem Telefon unbekannt ist, sucht das Gerät: im Netz, in Karten, in Datenbanken – ob diese Nummer dort bekannt ist.

Wird also übersichtlichter, das Telefonbuch?

Das war ein Ziel, ja. Für das ganze System übrigens. Natürlich soll alles schöner, ordentlicher, aufgeräumter sein. Aber was man beobachtet, ist schon, dass bestimmte Dienste, die schon da waren, jetzt systematisch mit Google-Diensten verknüpft werden. Das Telefonbuch, das mit der Suche und den Karten in Google Maps zusammenarbeitet, ist das eine. Bei SMS zum Beispiel passierts aber auch: die werden mit anderen Nachrichten zusammen einsortiert. Und das passiert über die Google Hangout App. Also, Googles Pendant zu Skype. Die neue Hangout-App soll ALLE Nachrichten zentral an einem Platz sortieren.

{info_1} Wenn du sagst, Google arbeitet daran, alles mit den Google-Diensten zu verzahnen: will man den Weg gehen, den auch Apple geht, und Amazon. Also, ein eher geschlossenes System, innerhalb dessen alles funktioniert und auch schick ist – aber wo eben NUR die eigenen Produkte nutzbar sind?

Ein bisschen könnte man diesen Kurs schon so lesen, ja. Was Google ganz offenbar will, ist: dass der Nutzer weniger auf Apps von anderen Anbietern zugreifen muss und stattdessen das, was er gerade will, direkt bei Google selbst erledigt bekommen kann. Darum hat man auch die Suche erweitert. Die heißt ja seit einer Weile „Google Now“ und soll eine intelligente Suche sein. Bei mir sieht das zum Beispiel so aus: irgendwann hat das Ding gemerkt, dass ich mehrmals pro Woche morgens und abends den gleichen Weg zurücklege. Und seitdem steht dann morgens auf dem Display eben: Verkehr zur Arbeit alles frei, dauert 15 Minuten, Wetter ist gut. Und so soll diese Suche also intelligenter vorausdenken können. Und auch besser mit der Sprachsteuerung arbeiten, die man in Android 4.4 nochmal verbessert hat.

Was hat dich denn am meisten überrascht, was findest du am spannendsten beim neuen Android?

Naja, da kommt jetzt nach und nach eine AirPrint Funktion. Damit soll man Inhalte direkt vom Handy drucken können – und zwar, irgendwann mal, von jedem beliebigen Drucker. Einzige Bedingung ist, dass der Drucker dann mit einer Google Cloud verbunden sein muss. Und dann wird man in Android KitKat noch den „Immersive Mode“ finden. Das heißt, dass das Gerät alles ausblendet, was nicht zu aktuell genutzten App gehört. Wenn man also ein Video anguckt, ein eBook liest oder so, dann wird alles unübersichtliche ausgeblendet.

Jetzt hast du eingangs gesagt, bei Google will man mit der neuen Android Version die zweite Milliarde Nutzer knacken. Was meinst du: zu schaffen?

Naja, aus einer Milliarde zwei machen, einfach mit einem neuen Betriebssystem – da dürfte viel PR dabei sein. Aber was interessant ist: Android KitKat braucht recht wenig Arbeitsspeicher. Es funktioniert schon mit 512 MB. Und das heißt: es funktioniert auch mit ganz vielen einfacheren Geräten. Was wiederum dafür sorgen könnte, dass es sich in Schwellenländern rasend schnell verbreitet.

Letzte Frage. Hier in unseren Gefilden: wer kriegt das neue Android wann und wie?

Also, wie erwähnt wurde Android 4.4 ja nicht extra vorgestellt, sondern kam mit der Einführung des neuen Smartphones von Google. Wer sich also so eines kauft, das Nexus 5, der hat auch direkt das neue Android-Betriebssystem da drauf. Für alle anderen Hersteller ist das ein bisschen uneinheitlich. Das zählen wir darum hier nicht alles auf, sondern packen es auf unsere Webseite zum nachlesen.