Fortschritt | Festplatte voll, aber Laptop noch gut – was tun?

21.05.2013

Der Laptop ist eigentlich noch gut, aber die Festplatte voll. Nun könnte man immerzu externe Festplatten mit sich herumtragen - ziemlich unhandlich. Doch es gibt Möglichkeiten: von Nachrüst-Kits, Netzwerk-Festplatten und Online-Lösungen...

Egal ob Filme und Serien, die langjährige Musiksammlung, aufwendige Spiele oder spezielle Programme: inzwischen landet immer mehr an Daten auf den Festplatten.

Was bei einem heimischen PC meist kein wirklich großes Problem ist – eine neue Festplatte ist da recht einfach reingeschoben – wird für Notebooks und Laptops schnell zu einer Herausforderung. Denn da kann man nicht wirklich viel aufrüsten.

Und so passiert es mitunter, dass der Laptop vielleicht nicht mehr ganz taufrisch, aber durchaus noch total okay ist – aber man ihn eigentlich kaum mehr benutzen kann, weil eben kein Platz mehr ist. Mit ein paar Tipps kann man sich hier aber vielleicht das Geld für einen neuen sparen:

Das Gespräch zum mitlesen

Wenn der Platz auf der Festplatte langsam eng wird: ab wann wird’s denn problematisch?

So als Faustregel kann man sagen: zehn Prozent der Festplatte müssen frei bleiben. Den Platz brauchen die Betriebssysteme einfach, um Daten hin und her zu schaufeln. Drunter wird’s gefährlich. Weil das System sich dann ausbremst und heiß läuft.

Und wenn das bei mir so ist, was sollte ich tun?

Bevor wir über Lösungen nachdenken, die Geld kosten, kann man mit ein paar Helfern versuchen, noch Speicherplatz freizuschaufeln. Da gibt es zum Beispiel Programme, die die Festplatte durchscannen – und die größten Dateien finden und bildlich darstellen. Da kann man dann sehr einfach überlegen, ob man die jeweils noch braucht.

Es gibt außerdem Programme, die Dubletten finden. Also Dateien, die doppelt und dreifach irgendwo in den Tiefen des Systems gespeichert sind.

Und dann haben die Laptops ja immer auch eine Vielzahl von Testversionen und Demos irgendwelcher Programme drauf. In den meisten Fällen nutzt man die nie – also löschen. Und was auch viel Platz frisst: Backups, Datensicherungen. Die sollten ohnehin nicht auf der Festplatte liegen, auf der auch das System läuft. Also: die einfach extern speichern, und sei es erstmal auf DVD-Rohlingen oder im Büro oder so.

Jetzt sagen wir mal: das reicht alles nicht. Der Laptop tuts noch problemlos. Aber die Festplatte ist voll.

Dann musst du ein paar Mark in die Hand nehmen. Man könnte da eine zweite Festplatte einbauen – und zwar anstelle des DVD-Laufwerks. Hier gibt es fertige Einbau-Kits. Die bieten zum einen ein Gehäuse für das ausgebaute DVD-Laufwerk. Das wird nach dem Umbau also ein externes Laufwerk, das man nur anstöpselt, wenn man es braucht. Diese Umbau-Kits beinhalten dann einen Einbaurahmen für eine zweite Festplatte, der anstelle des DVD-Laufwerks eingesetzt wird. So kann man den dort freigewordenen Platz nutzen.

Idealerweise gleich für eine SSD – also eine Festplatte der neuen Generation. Dort dreht sich keine Scheibe mehr, sondern die arbeiten im Prinzip wie USB-Sticks, mit Flash-Speicher. Und sind darum deutlich schneller. Wenn man zum Beispiel das Betriebssystem und häufig benutzte Programme dort drauf legt, dann wird das gesamte System enorm schneller. Und Speicherplatz hat man auch gewonnen.

Ist leider nicht ganz billig: so 40-80 Euro kosten die Umbau-Kits. Das lohnt sich schon, weil da alles benötigte Spezialwerkzeug und genaue Anleitungen dabei sind. Und dann kommt noch die SSD dazu: die kleineren liegen mit 128GB so bis 200 Euro. Große SSD aber mit 500GB können bis 400 Euro kosten. Wer den Geschwindigkeitsschub nicht möchte: der greift eben zu normalen Festplatten, die mit genug Speicherplatz deutlich unter hundert Euro zu kriegen sind.

Nun traut sich das ja nicht jeder zu, am Laptop rumschrauben. Die Garantie verfällt da ja mitunter auch. Gibt’s auch Lösungen ohne Geschraube?

Also: grundsätzlich kann man den Einbau auch vom Fachbetrieb machen lassen. Kostet etwas mehr, klappt dafür aber – und die Garantie bleibt. Aber es stimmt, man MUSS nicht unbedingt am Laptop rumschrauben, wenn die Festplatte zwar voll, aber das Gerät noch total okay ist. Eine Netzwerk-Festplatte, kurz NAS, ist da der Weg zum Glück. Die stöpselt man zuhause einfach an den Router an. Und dann hat man einen zentralen Speicher, auf den Geräte im heimischen Wlan zugreifen können.

Unterwegs aber komm ich da nicht ran?!

Lange war das so. Weil die NAS zwar einen Fernzugriff ermöglich, die Einrichtung aber für Jedermann eben doch nicht so leicht war. Da hat sich sehr viel getan. Inzwischen kann die Einrichtung eines solchen Fernzugriffs auch von Netzwerk-Laien in wenigen Minuten geschafft werden – die Dinger haben alle schöne grafische Benutzeroberflächen, die einen da durchführen. Und dann kann man von überall aus über das Internet auf diese Festplatte zugreifen. Über spezielle Webseiten. Einige Hersteller haben dafür sogar eigene Apps fürs Smartphone und Tablet.

Das einzige, was man hier braucht, ist ein einigermaßen schneller Upstream dort, wo diese Netzwerk-Festplatte steht. Unsere privaten DSL-Anschlüsse sind recht fix beim Daten herunterladen. Beim Daten wegschicken oftmals nicht so. Allerdings: um Musik von dieser Festplatte zu streamen, oder Fotos, oder an Dateien heranzukommen, da reicht das in den allermeisten Fällen. Nur für Filme gucken in Echtzeit dürfte das eng werden.

Was kostet der Spaß?

Hier ist es in den vergangenen Jahren sehr viel günstiger geworden. NAS mit 3.000 Gigabyte gibt es schon für deutlich und 200 Euro. Und da die auch mit anderen Geräten zusammenarbeiten – SmartTV-Fernsehern zum Beispiel – lohnt sich das recht schnell.

Man hört ja jetzt auch immer mehr von Cloud-Lösungen zum Speichern. Ist das eine Möglichkeit, wenn meine Festplatte voll ist, aber der Laptop sonst noch gut funktioniert: einfach alles online ablegen?

Also, man muss da unterscheiden zwischen kostenlosen Angeboten: Google Drive, Dropbox, Skydrive. Die sind für ein paar Fotos und ein Musikalben natürlich okay. Als Festplatten-Ersatz reicht das aber nicht.

Hier gibt es inzwischen durchaus auch Angebote, wo die Online-Speicher wie ein Verzeichnis oder Laufwerk im Betriebssystem anwählbar sind.

Die kosten bei den großen Anbietern aber auch mal so 20€ pro Monat. Und man muss online sein, um an die Daten zu kommen. Auf der anderen Seite sind sie sicherer: weil wenn die NAS zuhause kaputt geht, und keine Sicherung auf einer anderen Platte gemacht wurde, sind die Daten futsch. Mit einem Cloud-Speicher kann das schonmal nicht passieren. Dafür hat ein privates Unternehmen meine Daten, mit allen Sicherheitsfragen und der Gefahr, dass das eines Tages einfach Pleite ist.

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