Fortschritt | Putzroboter – Was die kleinen Helfer können

12.12.2012

Sie versprechen, uns das Staubsaugen und Wischen abzunehmen: kleine Putzroboter, die automatisch durch die Wohnung fahren und sauber machen. Klingt reizvoll - zurecht?

Na, essen Sie auch schon den ganzen Tag Plätzchen? Und ärgern sich über die Krümel auf dem Teppich? Oder über die Wasserflecken und den Dreck, den die Winterschuhe im Flur hinterlassen?

Den Boden saugen und wischen – das ist nun wahrlich etwas, was die wenigsten Menschen als Ihr Hobby nennen würden. Seit einigen Jahren gibt es kleine Putzroboter. Die fahren selbstständig durch die Wohnung und machen den Dreck auf den Böden weg. Und inzwischen werden die preislich auch langsam erschwinglich.

Doch halten die Dinger, was sie versprechen? Und wie funktionieren sie überhaupt? Darüber sprechen Christian Bollert und Marcus Engert.

Ein tolles Versprechen: nie wieder selbst den Boden saugen oder wischen. Halten die Putzroboter das?

Das hängt ein wenig vom Gerät ab. Was man aber sagen kann: die allermeisten Menschen, die sich einen besorgt haben, sagen, dass danach eine bessere Grundsauberkeit in der Wohnung herrscht. Also, dieser Alltagsschmutz, der sich so überall hinlegt. Aber dass man nun nie wieder einen Staubsauger oder Wischlappen in die Hand nehmen müsste – so ist es leider auch nicht ganz. Sie machen den großen Hausputz nicht unnötig – aber durchaus seltener.

Das heißt, die Dinger fahren durch den Raum – aber woher wissen die denn, wohin sie fahren sollen?

Da gibt’s zwei Wege. Manche setzt man in die Mitte eines Raumes. Dann fangen die an, da so konzentrische Kreise zu ziehen. Immer reihum – bis sie irgendwo anstoßen. Und an diesen Kanten arbeiten die sich dann ab. Die erforschen also so nach und nach den Raum, und speichern in sich drin dann so eine Art Lageplan.

Und die andere Möglichkeit, das sind neuere und auch teurere Geräte. Die haben Kameras und Sensoren an Bord. Und die erstellen eine Karte des Raumes. Anhand der Karte baut der Roboter dann eine Route mit dem für ihn besten Kurs. Und das macht der jedes Mal neu. Wenn man also mal was umstellt oder so, dann macht das nix.

Und wenn mein Raum da zu groß ist? Oder wenn ich Bereiche hab, wo der eben nicht hin soll?

Also, entweder legt man dem Roboter dann was in den Weg. Ne Reisetasche in die Tür oder so. Dann akzeptiert der das als Wand. Oder aber, gerade für große Räume ist das besser: es gibt so kleine Zusatzgeräte, mit denen kann man eine virtuelle Wand ziehen. Das ist ein Infrarotstrahl. Den erkennt der Roboter und überfährt ihn nicht. Und damit kann man dann eben Bereiche sperren.

Praktische Frage: Kommen die eigentlich in die Ecken?

Wichtige Frage! Runde Roboter manchmal nicht so gut. Manche Modelle haben aber so kleine Staubbürsten am Rand, die wedeln da so rum. Und damit kommen die dann auch gut in die Ecken.

Und die kehren dann da also so rum – oder was genau tun die Roboter eigentlich?

Das is schon ein bisschen mehr. Die guten Geräte die saugen, wischen feucht, rubbeln leichtere Flecken weg und trocknen am Ende. Man muss auf jeden Fall keine Angst haben, dass die nur alles aufwirbeln.

Das heißt aber auch: die haben oftmals Wassertanks. Einen fürs Frischwasser, einen fürs Schmutzwasser. Die muss man auffüllen und leeren. Und die definieren auch die Grenze der Leistungsfähigkeit. Also: wenns Wasser verbraucht ist, ist gut mit saubermachen.

Wie ist das mit Treppen und Absätzen?

Die Dinger sind clever genug, sich nicht in den Tod zu stürzen. Die haben an ihrer Unterseite Sensoren dafür. Und merken, wenn es eine Stufe hinunter geht, und rollen zurück. Leider kommen die dann manchmal mit Teppichen nicht klar. Sie kommen in der Regel gut auf den Teppich – verwechseln dann aber manchmal die Teppichkante mit einer Treppenstufe.

Das heißt, die bleiben schon auch mal hängen?

Ja, das passiert. Gerade am Anfang, wenn man noch nicht weiß, wie „robotertauglich“ die eigene Wohnung ist. Da werden die vielleicht mal gegen eine Gitarre fahren, die dann umfällt und den Roboter blockiert. Oder an Teppichkanten hängen bleiben, an Schaukelstühlen, Zeitungen – sowas eben. Aber mit der Zeit entdeckt man diese neuralgischen Punkte eigentlich. Generell ist es so, dass die eigentlich nix kaputt fahren. Die haben entweder Sensoren, die sie kurz vorher stoppen lassen. Oder fahren zu langsam, als dass da wirklich was umgehauen wird.

Also, abschließend man eine kleine Kaufberatung: Worauf kommt’s beim Putzroboter-Kauf an?

Man sollte bei Online-Shops die Bewertungen anderer Nutzer lesen. Man sollte schauen: wie lang machts der Akku? Wie groß ist der Wasserbehälter? Reicht das beide für meine Raumgrößen?

Wenn man Wert auf so eine Raumvermessungsfunktion legt – wo der Roboter bevor er loslegt also mit Kamera und Sensoren für sich eine Art Karte des Raumes anlegt – dann auch das.

Und naja: eine nicht ganz unwichtige Frage ist auch, wie roboter-geeignet die eigene Wohnung eben ist.

Und was kostet der Spaß?

Unter 300 Euro werden die Kritiken der Nutzer oftmals ziemlich miserabel. Um 500 Euro liegen die meisten Geräte. Und bis an die 1.000 Euro kann das für Profi-Modelle gehen.

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