Fortschritt | Neustart für den RSS-Feed

Wiederauferstanden von den Toten

26.06.2018

Der RSS-Feed ist ein Relikt aus den Anfängen des Internets und wurde schon dem Tode geweiht. Doch der Dienst hat nicht nur überlebt, er erfreut sich mittlerweile wieder großer Beliebtheit.

Wir schreiben das Jahr 1998: Das Internet ist längst nicht mehr nur etwas für Computerspezialisten und Wissenschaftler. Auch normale Leute surfen durchs Netz und schreiben eigene Blogs. Das Bloggen ist in den späten Neunzigern und Anfang der 2000er das Social Media seiner Zeit. Für nahezu jeden Interessensbereich hat es Blogs gegeben.

Blöd war lediglich, in einem sperrigen Webbrowser seine Lieblingsseiten zu suchen, dann voller Erwartung den Ladebalken langsam von links nach rechts wandern zu sehen, um schließlich festzustellen, dass kein neuer Blog-Post vorhanden ist.

Findige User haben für dieses Problem eine Lösung entwickelt: den RSS-Feed.

RSS-Feed

Benutzeroberfläche eines Feed-Readers. Foto: Tiny Tiny RSS German Interface

Was soll ein RSS-Feed sein?

RSS steht für Rich Site Summary. Der RSS-Feed ist eigentlich nur eine kleine Datei, die die wichtigsten Informationen zu einer Webseite enthält und auf Neuerungen aufmerksam macht. Früher hat es da nur Blogs gegeben. Doch mittlerweile können es neben Texten auch Podcasts, Videos oder Fotos sein, auf die verlinkt wird. Anders als von vielen Experten erwartet, hat der RSS-Feed die späten 90er- und frühen 2000er Jahre überlebt, obwohl sich das Internet vollkommen verändert hat. Und dank Podcasts und Social-Media-Plattformen erlebt der RSS-Feed heute wieder einen wahren Hype.

Momentan haben wir einen Podcast-Boom. Da Podcasts aber nichts anderes sind als RSS-Feeds, erleben die Dateien diesen Boom mit. Außerdem sind soziale Netzwerke derzeit stark in der Kritik. Und wenn die Leute sich selbst wieder per RSS-Feed ihre Inhalte individuell zusammenstellen, dann wären wir zwar wieder in einer Zeit wie vor 15 Jahren, aber wir hätten die meisten Kritikpunkte an sozialen Medien gelöst. – Jo Bager, Redakteur beim Fachmagazin c’t

Wie erstellt man so einen Feed und wie kann man ihn am besten abonnieren? detektor.fm-Moderatorin Isabel Woop hat sich von Redakteur Merten Waage beraten lassen.


Der Podcast „Fortschritt“ zeigt, wie Technik unser Leben verändert. Alle Folgen gibt es auch direkt bei Apple PodcastDeezer und Spotify.


Beispiel eines simplen RSS-Feeds (RSS 2.0):

<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?>

<rss version="2.0">

  <channel>
    <title>Feedname</title>
    <link>zutreffende URL</link>
    <description>Schlagzeile des Feeds</description>
    <language>verwendete Sprache (z. B. "de-de")</language>
    <copyright>Name des Autors</copyright>
    <pubDate>Erstellungsdatum("Tue, 8 Jul 2008 2:43:19")</pubDate>
    <image>
      <url>URL einem Bild</url>
      <title>Bildtitel</title>
      <link>URL, mit der das Bild verknüpft ist</link>
    </image>

    <item>
      <title>Titel des Eintrags</title>
      <description>Schlagzeile des Beitrags</description>
      <link>Link zum Eintrag</link>
      <author>Autor des Artikels </author>
      <pubDate>Erstellungsdatum</pubDate>
    </item>

  </channel>

</rss>