Fortschritt | Welches Tablet passt zu mir?

04.12.2012

Tablets sind einer der Renner im diesjährigen Weihnachtsgeschäft. Lange galt das iPad als das Maß aller Dinge. Doch Android-Geräte von Samsung und Asus machen Apple den Thron streitig. Eine Kaufberatung.

Tablets erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Foto: © Philipp Guelland / dapd

In diesem Jahr werden die Deutschen  weit über 3 Millionen Tablets gekauft haben, schätzt der Branchenverband Bitkom. Tablets sind die absoluten Trend-Geräte – und werden in diesem Jahr vermutlich so oft unter den Weihnachtsbäumen liegen, wie kaum etwas anderes: Tablets.

Vergangene Woche haben wir im Fortschritt einen Experten gefragt, was von Tablets für Kinder zu halten ist. Diesmal gehen wir der Frage nach: Welches Tablet ist das Richtige für die Erwachsenen?

Lange musste sich hier alles am iPad messen lassen, hat doch Apple die Geräteklasse definiert. Doch ist Apple noch das Maß aller Dinge? Und worauf sollte man beim Kauf von Tablets generell achten?

Diese Fragen stellten sich auch die Technik-Experten der Stiftung Warentest und haben 14 Tablets getestet. Mit der Projektleiterin des Tests Kirstin Wethekam sprechen wir über die Ergebnisse.


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Die Frage der Fragen ist natürlich: Muss es ein iPad sein?

Es ist so, dass das iPad bei uns recht gut im Test abgeschnitten hat. Das war ingesamt ein gutes Gerät mit der Note 2,0. Es ist allerdings nur das Zweitbeste im Test, das heißt, es muss nicht unbedingt ein iPad sein. Es gibt inzwischen auch gute Konkurrenzgeräte mit Android, die auch sehr gut sind.

Auf Platz 1 und Platz 3 landeten bei Ihnen ja Android-Geräte. Hat Sie das überrascht, dass Apple sich nicht mehr an der Spitze halten kann, obwohl die ja eigentlich der Tablet-Vorreiter waren?

Es ist richtig, dass sie das Tablet in der Form erfunden haben. Richtig überrascht hat es uns auch nicht, weil es auch Vorteile bei den Android-Geräten gibt. Sie sind ein bisschen flexibler, der Speicher kann erweitert werden. Im Prinzip hat jedes Betriebssystem Vor- und Nachteile und so kann es auch passieren, dass ein Android-Gerät auf Platz Eins liegt.

Gibt es trotzdem noch etwas wo man sagt: das iPad macht es aber besser als alle anderen? Oder hat sich das mittlerweile aufgehoben?

Das iPad ist immer noch ein recht schickes, hochwertig verarbeitetes Gerät. Das Betriebssystem ist, gerade weil es abgeschlossener ist, gut und leicht zu bedienen. Die Synchronisation mit dem Computer klappt sehr gut. Es gibt also schon verschiedene Punkte, wo das iPad ein gutes Gerät ist.

Man hört ja auch immer wieder, dass es sehr logisch und intuitiv zu bedienen sei. Können die anderen da in der Bedienung mithalten?

Die besten Geräte im Test, also beispielsweise ist auf Platz Eins das Samsung Galaxy Note 10.1, sind auch bei der Bedienung und Handhabung gleichauf mit dem iPad 3. Es sind natürlich ein bisschen andere Benutzeroberflächen, aber auch die Android-Geräte sind gut zu bedienen.

Wo punktet denn der Sieger am meisten?

Beim Sieger ist der Vorteil, dass es einen guten Display und einen guten Akku hat. Es ist ein schnelles Gerät, beispielsweise auch zum Surfen im Internet sehr gut geeignet und ein paar Extras inbegriffen sind. Es hat zum Beispiel eine Handschrifterkennung, die auch gut funktioniert. Insgesamt ein überzeugendes Gerät.

Seit kurzem wurde die Geräteklasse der Tablets ja erweitert: kleinere Geräte mit 7 Zoll Bildschirmgröße erklimmen den Markt. Es gibt ein iPad Mini, das Nexus 7 von Google ist der direkte Konkurrent. Was ist denn in Ihren Augen sinnvoller: ein 7-Zoll-Tablet – oder doch eines mit großem Display?

Da ist die Frage wofür man das Gerät einsetzen möchte. Für ein Tablet, das man unterwegs im Zug nutzen will, ist auch das kleine Format durchaus attraktiv. Die Geräte sind sehr leicht und handlich und man kann sie gut mitnehmen. Das ist bei den Großen im Prinzip auch möglich, aber die sind deutlich schwerer und auch in der Hand deutlich größer. Die Kleinen sind durchaus empfehlenswerte Geräte und dabei auch günstiger.

Sie haben sich ein Gerät angeschaut, dass eigentlich als E-Book-Reader gestartet ist. Den neuen Kindle Fire HD. Wer ein Tablet will: kann, darf, sollte der zum Kindle greifen?

Ja, das Kindle ist ein schwieriges Gerät, da es sehr stark auf Amazon und den Webstore von Amazon angepasst ist. Dadurch ist die Benutzeroberfläche als reines Tablet nicht so schön geeignet. Es ist ein sehr abgeschlossenes System. Beispielsweise kann man die Apps nicht aus dem normalen Google Playstore installieren, sondern nur direkt von Amazon. Der Store ist noch nicht so gut ausgebaut wie bei Google Play. Man kam auch schnell auf den Einkaufsknopf und konnte neben Apps auch Hardware und andere Dinge kaufen. Wer gerne in dieser Welt lebt und auch ein Gerät möchte, dass auf Amazon ausgelegt ist, ist damit gut bedient. Die Hardware war auch in Ordnung, aber die Software ist deutlich weniger flexibel als bei anderen Tablets.

Dann geben Sie uns doch abschließend mal eine kleine Kaufberatung. Was wären so die zwei, drei wichtigsten Faktoren, auf die man beim Kauf achten sollte?

Man sollte schauen: Möchte man eher ein kleineres oder ein großes Gerät? Hat man vielleicht schon ein iPhone und möchte in der Apple-Welt bleiben? Je nachdem, wo ich schon Apps gekauft habe, ist eher ein iPad oder ein Android-Gerät sinnvoll. Bei den Geräten ist es wichtig, auf die Displayauflösung zu achten. Wir hatten auch Geräte im Test, die nur eine Auflösung von 600×800 Pixeln hatten. Das ist zu wenig, das hat uns nicht gut gefallen. Ein wichtiges Kriterium sind auch die Akku-Laufzeiten. Zu berücksichtigen ist eventuell auch die Größe des Speichers.

Tablets werden vermutlich in diesem Jahr der Renner sein im Weihnachtgeschäft. Worauf es beim Kauf  ankommt, hat uns Kirstin Wethekam, Projektleiterin eines großen Tablet-Tests der Stiftung Warentest, erklärt. Haben Sie vielen Dank dafür.

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