Digital | Die Entwicklerkonferenz Google I/O 2016

Wie Google sich auf die Welt nach Google vorbereitet

19.05.2016

Einer neuer Sprachassistent namens "Assistent", eine Sprachsteuerung für Zuhause namens "Home", der Messenger "Allo", Videogespräche über "Duo", Virtuelle Realität für Videochats: die News von Googles Entwicklerkonferenz sind gar nicht so neu. Aber hinter den einzelnen Produkten zeigt sich: Google will nicht nur im Alltag sein - der Suchmaschinenriese bereitet sich auf die Welt nach den Suchmaschinen vor.

Zum ersten Mal in Mountain View und nicht in San Francisco hat CEO Sundar Pichai die neuen Pläne von Google präsentiert. Auch Pichai ist neu. Er hat 2015 die Führung des Unternehmens übernommen und malt nun einen „Wendepunkt in Googles Geschichte“ an die Wand.

Google ist überall

Bloß eine Suchmaschine ist Google schon lange nicht mehr – man kann sich quasi nicht mehr im Internet bewegen, ohne über den Konzern zu stolpern. Wir nutzen Google, um zu übersetzen oder um unterwegs unseren Weg zu finden. Lexika sind für die meisten schon lange überflüssig geworden.

Ähnlich, aber besser

Bei der Entwicklerkonferenz hat das Unternehmen nun weitere Bereiche vorgestellt, in die es sich ausbreiten will. Ganz neu sind die Ideen nicht – meinen einige Kritiker. So manches, wie den Messenger, hat Google einfach von Konkurrenten übernommen.

Also das halte ich für ganz normal, dass Firmen nicht mit Innovationen punkten, sondern bestehende Sachen in anderer Qualität zusammensetzen. – Jörg Wirtgen vom c’t-Magazin

Google scheint sich dessen bewusst zu sein und stellt klar, dass zwar vieles den Diensten anderer Unternehmen ähnele, aber eben besser sei.

Google kommt nach Hause – mit Home

Für die meiste Aufmerksamkeit sorgt wohl der Assistent „Google Home“. Dabei handelt es sich um eine Art smarten Lautsprecher, der per Sprachsteuerung bedient wird.

So kann man das Gerät beispielsweise darum bitten, die Temperatur im Raum anzupassen oder Kino-Karten zu reservieren. Der KI-Assistent merkt sich alle Daten und fügt diese zu einem Bild zusammen.

Das ist zwar sehr praktisch, da das Gerät beim nächsten Mal schon weiß, für wie viele Personen es buchen soll – auf der anderen Seite gibt man einiges an Daten preis.

Die Frage ist auch: Was passiert mit diesen Informationen? – Jörg Wirtgen

Solche künstliche Intelligenz hört sich momentan für uns noch nach Science-Fiction an, könnte aber bald Normalität sein. Über die Entwicklungen, die Google auf seiner Konferenz I/O präsentiert hat, hat detektor.fm-Moderatorin Anke Werner mit Jörg Wirtgen vom c’t-Magazin gesprochen.

Jörg WirtgenWir haben eigentlich mit neuen Smartphones oder sowas gerechnet und von daher ist es schon eine kleine Überraschung.Jörg Wirtgenist Ressortleiter beim c't-Magazin und schaut hauptberuflich auf Innovationen im Technikbereich.