Innovation | Erstes Foto-Sound-Buch

Ein Buch, das für sich spricht

29.04.2015

Ein akustisches Fotobuch - klingt futuristisch, ist aber dank der Universität Chemnitz nun Realität. Bei der "World Press Photo"-Ausstellung ist erstmals ein Soundbuch vorgestellt worden. Es präsentiert die besten Pressefotos, die ihre ganz eigene Geschichte erzählen - erstmals audio-visuell.

Ein Buch, das sich sehen – und hören – lassen kann

Ein gutes Foto ist ein Foto, auf das man länger als eine Sekunde schaut. – Henri Cartier-Bresson

Mit dieser Aussage hat der Gründer der legendären Fotoagentur MAGNUM, Henri Cartier-Bresson, zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Bedeutung der Fotografie proklamiert. Fotos können so viel mehr sein als bloße Abbildungen der Realität. Denn ein Bild kann von der Tragik oder der Freude eines einzigen Augenblicks erzählen. Darin war Bresson ein Meister. Doch was, wenn die Bilder nun selbst sprechen können? Was damals noch technisch undenkbar war, ist jetzt auf der World Press Photo-Ausstellung erstmals präsentiert worden: Ein akustisches Fotobuch.

Eine neue Dimension der Fotografie?

Am Wochenende ist anlässlich des 58. World Press Photo Wettbewerbs in Amsterdam der erste Fotoband mit integrierten Lautsprechern vorgestellt worden. Das sogenannte T-Book (T steht für Ton). Am Institut für Print- und Medientechnik der Technischen Universität Chemnitz haben Prof. Dr. Arved C. Hübler und eine Gruppe von Studenten den Bildband der gekürten Siegerfotos mit gedruckter Sound-Technik versehen. Aus unsichtbaren Lautsprechern in der Innenseite des Papiers ertönen Stimmen, Geräusche oder Musik in breiter Klangvielfalt und verleihen damit dem Bild eine neue Dimension.

Das „Soundbuch“ das Papier-Tablet der Zukunft?

Eine im Buchdeckel integrierte SD-Karte überträgt die notwendigen Informationen an gedruckte Sensoren in den Seiten. Beim Umblättern der Seite wird dann eine entsprechende Audio-Datei abgespielt. Auf diese Weise werden dem Betrachter zeitgleich Hintergrundinformationen zur abgedruckten Fotografie vermittelt.

Die dafür verwendete gedruckte Elektronik ist in einem Zeitraum von 15 Jahren am Institut für Print- und Medientechnik an der Technischen Universität Chemnitz entwickelt worden. Die gestalterische und haptische Umsetzung hat die Agentur Serviceplan Campain übernommen.

Über die Zukunft und das Potenzial des Soundbuchs hat detektor.fm-Moderatorin Maj-Britt Schweigler mit dem Geschäftsführer von Serviceplan Cosimo Möller gesprochen.

Cosimo Möller_ServiceplanEs ist so etwas wie ein Kindheitstraum: Ein Bild beginnt zu sprechen und erzählt mir seine Geschichte. Für mich ist das vielmehr Kunst als Kommerz.Cosimo MöllerGeschäftsführer bei Serviceplan 

Redaktion: Simone Müller/Hannah Ziegler