Kinderkanal: Neues Format „Timster“ – Medienpädagogik im Fernsehen

Medienkompetenz dank Flimmerkiste?

07.08.2015

Konsole, Smartphone, Tablet, Computer: Viele Kinder wachsen ganz selbstverständlich mit Medien auf. Über die Hälfte der sechs- bis elfjährigen Kinder hat eine eigene Konsole, jedes dritte Kind ein Handy oder Smartphone. Dass sie damit bewusst und sicher umgehen, ist das Ziel eines neuen Formats des Kinderkanals. Was der leisten kann und wie: wir fragen einen Experten.

Vom richtigen Umgang

Sie gucken gern und sie gucken viel. Die durchschnittliche Fernsehdauer von sechs- bis neunjährigen hat 2014 bei rund drei Stunden gelegen. Und auch das Internet ist beliebt: Jedes dritte Kind in Deutschland ist mehrmals pro Woche im Netz unterwegs.

Am liebsten spielen die Kinder dabei Spiele oder gucken sich Videos oder Filme an. Aber wissen sie eigentlich genau, was sie da machen? Was es bedeutet, persönliche Daten im Netz preiszugeben?

Das ist selbst vielen Erwachsenen nicht bewusst. Umso wichtiger also, dass Kinder den richtigen Umgang mit Medien von Anfang an lernen.

Lernen per Fernseher?

Einmal wöchentlich läuft nun auf auf dem ARD-Kinderkanal, kurz KiKa, die Sendung „Timster“, in der Kinder den richtigen Umgang mit Apps, Onlinespielen und allem, was es im digitalen Zeitalter so gibt, aufzeigen will. Moderator Tim Gailus, der auch der Namensgeber ist, behandelt in 15 Minuten drei bis vier Themen. Alles, was die Medienwelt für Kinder zu bieten hat, soll vorkommen.

Doch sollen nicht nur Grundschüler angesprochen werden. Auch Eltern bekommen Information zur richtigen Mediennutzung ihrer Kinder. Denn auch sie sind im richtigen Umgang mit dem Internet oft ratlos und unsicher. Mediennutzung lernen allein durchs Fernsehen – ist es so einfach?

Ich halte es, insbesondere wenn es um mobile Geräte, wenn es um Spielekonsolen geht, oder um Handys, auch für sehr wichtig, dass Kinder explorativ selbstständig damit umgehen können. – Medienpädagoge Tobias Hölterhof

Über ‚Timster‘ und die Aufgaben, vor denen die Medienpädagogik aktuell steht, hat detektor.fm-Moderator Gregor Schenk mit Tobias Hölterhof gesprochen. Er ist forscht am Lehrstuhl für Mediendidaktik der Uni Duisburg-Essen.

Tobias-Hölterhof-Farbe-1024Das gemeinsame Rezipieren der Medien ist ein sehr wichtiger Punkt.Tobias Hölterhofdenkt, dass Kinder auch mit dem Netz experimentieren müssen. 

Redaktion: Maren Schubart