Manipulierte Inhalte auf Facebook und OkCupid: Nutzer als Versuchskaninchen

Jeder, immer, überall? Psycho-Experimente im Netz

30.07.2014

Nach Facebook gibt nun auch die Partnerbörse OkCupid zu, für Forschungszwecke gezielt Inhalte manipuliert zu haben. Ein OkCupid-Manager spricht Klartext: wer das Internet nutzt sei, zu jeder Zeit Teil von hunderten Experimenten.

Als sich herausstellte, dass fast 700.000 Facebook Mitglieder – ohne ihr Wissen – Teil von psychologischen Experimenten wurden, reagierten die Nutzer empört.

Jetzt packt ein Manager der Partnerbörse OkCupid aus: Er berichtet auf seinem Blog über drei Versuche, bei denen Profile von OkCupid-Nutzern verändert wurden. Zum Beispiel wurden manche Profilfotos ausgeblendet und mögliche Partner empfohlen, obwohl die nach dem eigentlichen Algorithmus gar nicht hätten passen sollen. Ein Ergebnis der Tests: ohne Profilbilder kommunizieren die Menschen mehr miteinander.

Experimente an der Tagesordnung

OkCupid habe mitbekommen, dass es den Facebook-Nutzern nicht gefiel, wie mit ihren Inhalten experimeniert wurde, schreibt der OkCupid-Manager Christian Rudder. Aber so funktionierten Webseiten nun einmal.

Wir möchten wissen: wird tatsächlich jeder Internetnutzer ständig als unfreiwilliges Veruchskaninchen benutzt? Und kann man sich davor irgendwie schützen? Diese Fragen stellen wir Jo Bager vom Computermagazin c’t.

Jo BagerMan ist im Internet ständig in einer Manipulationssituation. Jeder, der etwas auf seiner Webseite verkaufen will, betreibt solche Experimente.Jo BagerRedakteur beim Computermagazin c't