Mikrokontrolle | Warum ein Minicomputer?

Den Computer in die Hand nehmen

12.05.2017

Computer und Programmcodes machen unser Leben einfacher, spaßiger und manchmal frustrierend. Wir benutzen digitale Systeme, aber die meisten von uns sind ihren Tücken und Lücken ausgeliefert. Deshalb starten wir eine Serie über digitale Souveränität und Minicomputer.

Mikrokontrolle – lernen mit Minicomputern. Ein detektor.fm-Podcast – unterstützt von der Deutsche Telekom Stiftung


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Die Deutsche Telekom Stiftung unterstützt den Podcast.

Ein Smartphone ist nur so intelligent wie sein Benutzer. Und manchmal ist der Benutzer nur so klug wie das Telefon. Denn so sehr uns digitale Assistenten im Alltag unterstützen, so oft zwingen sie uns auch, uns zu verrenken. Diese Workarounds um eigentlich unpraktische Eigenheiten von Betriebssystemen und Anwendungen sind vielen in Fleisch und Blut übergegangen.

Das ist halt so! Der will halt, dass ich erst hier reintippe und dann erst da hin.

Weil uns unsere Technik manchmal im Griff hat, starten wir die Serie Mikrokontrolle – Lernen mit Minicomputern. Folge für Folge kommt detektor.fm-Reporter Thibaud Schremser der digitalen Souveränität ein Stückchen näher. Sein Ziel: zu verstehen, wie ein Computer funktioniert, und mit kleinen Alltagsanwendungen das digitale Leben pimpen.

Lernen mit dem Minicomputer

Um die große digitale Welt zu verstehen, fängt man am besten klein an. Es gibt gleich mehrere Geräte im Hosentaschenformat, die weder Touchscreen noch Selfie-Kamera haben, die sich dafür aber wunderbar für Programmier-Experimente eignen. Es sind meistens Platinen ohne Schale außen herum. So sind die Minicomputer nicht nur günstiger, sondern lassen sich auch leichter in Hardware-Basteleien einbauen.

  • Der Calliope Mini sucht im Kühlschrank die Antwort auf eine alte Frage.
  • Der Calliope Mini kann auf seiner LED-Matrix Text anzeigen.
  • Zwei Mitglieder der Raspberry Pi-Familie, genannt 2 und Zero.

Auf den offenen Platinen sind Schaltkreise, verschiedene Bauteile und Anschlüsse gut sichtbar. Wozu man den Minicomputer verwenden kann, hängt natürlich davon ab, was eingebaut ist.

Die verschiedenen Modelle

Der sternenförmige Calliope Mini ist ein Microcontroller, der speziell für den Einsatz in der Grundschule entwickelt worden ist. Er ist unter anderem mit Knöpfen, einem Schüttelsensor, einem Kippsensor und einem Rechteck aus LEDs, das als Bildschirm funktioniert, ausgestattet. Damit lässt sich mit dem kompakten Gerät schon eine ganze Menge anfangen. Ein richtiger Computer ist aber nötig, um Programme zu erstellen und per USB auf den Calliope zu übertragen.

Stephan NollerDer Calliope eignet sich hervorragend, um in ganz vielen Zusammenhängen als Tool eingesetzt zu werden. Zum Beispiel im Sportunterricht kann man einen Schrittzähler machen. Man kann in Biologie messen, wie eine Pflanze funktioniert.Stephan NollerEntwickler des Calliope Mini 

Ähnlich funktioniert der micro:bit, ein Microcontroller, den die BBC für den Einsatz im Klassenzimmer entwickelt hat.

Sensorarm ist dagegen der Raspberry Pi. Auch einen Knopf sucht man auf der Platine vergeblich. Dafür ist der Pi, den es in unterschiedlichen Varianten mit mehr oder weniger Leistung gibt, ein vollständiger Computer mit Linux-Betriebssystem. Das macht ihn zum Beispiel zum Heimserver oder Media-Center.

Außerdem ist die Arduino-Plattform beliebt. Jeder der Minicomputer hat seine Fans. Viele Projekte lassen sich auf unterschiedliche Weise mit den verschiedenen Geräten realisieren.

Warum es überhaupt sinnvoll ist, mit Minicomputern zu lernen und nicht mit einem Laptop oder Desktop-PC, das beantwortet Thibaud Schremser im ersten Teil von Mikrokontrolle.


Mikrokontrolle gibt es als Podcast. Alle Episoden direkt bei Apple Podcast, Deezer oder Spotify hören.


Mit Musik von Chris Zabriskie: Mario Bava Sleeps In a Little Longer Than He Expected To und I Am Running with Temporary Success from a Monstrous Vacuum in Pursuit, lizensiert unter CC BY.