WWW ohne USA? Geheimdienstprogramm “Prism” löst Forderungen aus

17.06.2013

Mit "Prism" zeichnet die amerikanische NSA weltweit auf, was Menschen im Netz tun. Politiker fordern nun, wichtige Internetdienste, Server und Architektur in Deutschland oder Europa aufzubauen. Wie realistisch ist das?

ist Redakteur bei c't, dem Magazin von Heise.Jo Bagerist Redakteur bei c't, dem Magazin von Heise. 

Das amerikanische Geheimdienstprogramm „Prism“ erinnert an Georg Orwells Roman „1984„: Ein Staat, der alle Bürger überwacht und abhört. Immer, überall und fortlaufend.

USA speichern private Daten

Vor zwei Wochen kam heraus, dass der amerikanische Geheimdienst NSA genau so vorgeht: und weltweit private Daten sammelt und speichert. Unter dem Projektnamen „Prism“ verschafft sich der Geheimdienst NSA Zugang zu Daten aus dem Internet – ermächtigt durch ein Geheimgericht.

Forderung nach eigenem Netzwerk

Jetzt fordern deutsche Politiker eine europa- oder wenigstens deutschlandweite Alternative zu Google und Facebook. Ihr Vision: eine eigene Architektur aufbauen, so dass man hier kontrollieren könne, wer auf die wichtigen Server zugreifen kann. Besonders der CSU-Politiker Hans-Peter Uhl und Dieter Wiefelspütz von der SPD meinen, dass es „ein europäisches Angebot geben müsse„.

Das Problem ist nur: große Internetanbieter und Betreiber der Architektur sind allesamt nicht in Europa zu Hause. Wie also kann eine solche, eigene Alternative aussehen?

Darüber sprechen wir mit Jo Bager, c’t-Redakteur bei heise.

Ich sehe in Europa niemanden, der eine Alternative umsetzen könnte. Die richtig guten Leute werden von den großen Unternehmen aufgekauft. – Jo Bager, heise