Netzhelden | Digitaler Unterricht

Schlauer, schöner, schneller?

09.05.2016

Lehrer haben oft das Gefühl, ihre Schüler würden sich nicht für den Lernstoff interessieren. Dass das manchmal einfach nur an der Art und Weise liegt, wie der Stoff vermittelt wird, zeigt die Youth Leadership Konferenz. Hier haben Schüler Vorschläge erarbeitet, wie der Unterricht durch den Einsatz digitaler Medien ansprechender gestaltet werden kann.

Smartboard statt grüner Kreidetafeln und Tablet-Klassen – eigentlich sind viele Schulen schon ziemlich digital unterwegs, aber ist das wirklich digitaler Unterricht? Tatsächlich haben vor allem Lehrer so einige Defizite, wenn es darum geht, die neuen technischen Möglichkeiten in ihren Unterricht einzubinden.

Ein Thema, das nicht nur in vielen deutschen Schulen für Diskussionsstoff sorgt, sondern auch bei der Youth Leadership Konferenz kommenden Juli auf der Agenda steht. Hier soll es aber nicht nur um die Forderung nach mehr digitalen Unterricht, sondern auch um die Wünsche und Vorstellungen der Schüler selbst gehen.

Lehrer reagieren hilflos auf technische Neuerungen

Im Rahmen eines Workshops für die kommende Youth Leadership Konferenz haben nun 15- bis 19-Jährige Ideen entwickelt, wie aus ihrer Sicht der Unterricht besser und vor allem digitaler gestaltet werden kann. Die meisten von ihnen wünschten sich dabei nicht nur mehr Youtube-Videos, sondern vor allem, dass man den verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet in der Schule lernen sollte. Auch Fragen wie beispielsweise zu Bild- und Urheberrechten würden die Schüler gern im Unterricht beantwortet bekommen.

Insgesamt bilanzierten die Schüler, dass an den Schulen ein noch recht unprofessioneller Umgang mit digitalen Hilfsmitteln herrscht. Lehrer und Schulleitung würden sich oft rat- und hilflos zeigen, was auch im Verbot von Handys deutlich wird. Auch setzen manche Lehrer noch zu stark auf veraltete Hilfsmittel wie den Overheadprojektor, einfach weil ihnen das technische Wissen fehlt.

Es stellt gar nicht so eine große Herausforderung dar für Lehrer, sich noch mal eine Stunde hinzusetzen und zu gucken, was kann das Smartboard eigentlich. – Mark Heywinkel, Redakteur bei ze.tt

Digitaler Unterricht: nicht nur nutzen, auch verstehen

Während die Lehrer noch zögern, würden die Schüler also nicht nur gern intensiver mit Apps und Co. im Unterricht arbeiten, sondern auch mehr darüber erfahren wollen, wie gefährlich der Umgang mit dem Internet werden kann. Der bisherige Informatikunterricht reicht ihnen da nicht aus. Schließlich sollte man heute nicht nur einen Computer bedienen können, sondern auch ein wenig darüber wissen, wie die Prozesse in ihm eigentlich funktionieren. Fazit: Das Interesse der Schüler ist da. Nun müssen die Lehrer ihm nur noch entgegenkommen.

Wie digitaler Unterricht aus der Sicht von Schülern aussehen sollte und welche Schwachstellen sie im nicht technisierten Unterricht sehen, hat detektor.fm-Moderatorin Astrid Wulf mit Mark Heywinkel besprochen. Er ist Redakteur bei ze.tt.

Mark heywinkelDie Schüler wünschen sich, dass die Lehrer die neuen Hilfsmittel auch mal nutzen. Das würde ihr Interesse am Unterricht schon sehr steigern. Foto: privatMark Heywinkelist Redakteur bei ze.tt. 

Redaktion: Kristin Lakva