Die Netzneutralität in Gefahr: Neue Regeln in den USA

24.04.2014

Jedes Datenpaket wird gleich behandelt: auf diesem "Netzneutralität" genannten Prinzip funktioniert unser Internet heute. In den USA sollen nun Youtube, Amazon und Co. ihre Daten gegen Geld schneller zu den Nutzern bringen können. Das will die US-Behörde FCC offenbar durchsetzen. Damit spricht sich erstmals eine Behörde für die Abschaffung der Netzneutralität aus.

Netzaktivisten sehen die Innovationskraft des Internets behindert, wenn sich zu große Monopole bilden - wie zum Beispiel hier im Silicon Valley. / Foto: Patrick Nouhailler | flickr.com | CC BY-SA 2.0

FCC spricht sich für zwei-Klassen-Netz aus

Aktivist bei der «Digitalen Gesellschaft».Thomas LohningerAktivist bei der «Digitalen Gesellschaft».  

Es gibt schon seit Jahren Ausnahmen von der Netzneutralität – nun spricht sich selbst die staatliche Regulierungsbehörde FCC für ein Zweiklassen-Netz aus. Zahlungskräftige Unternehmen sollen Daten künftig schneller ans Ziel bringen können. Die Internet-Provider würden dafür viel Geld bekommen und Anbieter wie Netflix, Amazon, oder Youtube könnten ihre Monopolstellungen ausbauen.

Hier wird die grundlegende Struktur, das Prinzip des Internets, geändert! Es ist nicht mehr ein neutrales Medium, in dem alle gleichberechtigt auf gleicher Ebene miteinander konkurrieren können, sondern es gibt eine Überholspur, die sich manche leisten können und andere nicht. – Thomas Lohninger

Ob die neuen Regeln also das Ende der Netzneutralität markieren und was das für Europa bedeutet, darüber haben wir mit Thomas Lohniger gesprochen. Er ist Mitglied der Digitalen Gesellschaft und schreibt für Netzpolitik.org.