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Eine Frau betrachtet die ersten Emojis, die der japanische Künstler Shigetaka Kurita entworfen hat. Foto: Eduardo Munoz Alvarez | AFP
Bild: Eduardo Munoz Alvarez | AFP

Neue Emojis ab Herbst

Alphabet der Emotionen

Jeder kennt sie und fast jeder nutzt sie: Emojis. Mittlerweile haben sie sogar einen eigenen weltweiten Mottotag. Nun gibt es neue Motive und damit eine neue gesellschaftliche Debatte über Diversität.

Kleine Bilder, große Wirkung

Emojis sind aus unserer Kommunikation nicht mehr wegzudenken. Aber wer entscheidet, welche Bilder es in die Apps schaffen und welche nicht? Zuständig ist dafür das Unicode-Konsortium. Die gemeinnützige Vereinigung besteht aus den größten Software-Unternehmen wie Apple, Microsoft und Google. Rein theoretisch dürfte aber jeder mitmachen, der das nötige Kleingeld für den Mitgliedsbeitrag hat.

Die Organisation verwaltet den Unicode-Standard und damit die einheitliche Codierung von Zeichen weltweit. Vorschläge für neue Emojis entstehen in Gremien des Konsortiums. Und manchmal kommen sie sogar direkt von den Nutzern.

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Wenn die neuen Motive einmal im Unicode gelistet sind, können die einzelnen Entwickler der Betriebssysteme oder Messenger ihr eigenes Design dafür entwickeln. Durch ein Update sind die neuen Smileys dann für alle Nutzer sichtbar.

Emojis als neue Form der Kommunikation

Emojis sind heutzutage die am schnellsten wachsende Sprache der Welt. Sie ist so leicht verständlich und international, wie es nur geht. Das erste Emoji hat der Erfinder Shigetaka Kurita 1999 entwickelt. Damals sprachen noch die begrenzte Textlänge und Displaygröße für die Zeichen. Heute sind sie vor allem ein Stilmittel und aus dem Chat kaum noch wegzudenken.

Es gibt dem Geschriebenen einen bestimmten Ton, so dass es als unvollständig empfunden wird, wenn es einmal nicht da ist. – Elena Giannoulis, Juniorprofessorin für japanische Literatur

Sie haben Ihr Ziel nicht erreicht

Aber bei den kleinen Bildchen geht es schon längst nicht mehr nur darum, Gefühle auszudrücken. Es gibt Zeichen für Essen, Berufe, Tierarten und noch vieles mehr. Sie sollen die Gesellschaft vollständig abbilden. Eine endlose Aufgabe.

Aus meiner Sicht begründet und unterstützt diese scheinbare Vielfalt auch teilweise Stereotype. Zum Beispiel wenn Frauen in Führungspositionen dargestellt werden, um der Gleichstellung willen, aber dann gleichzeitig Frauen immer mit langen Haaren abgebildet sind. – Elena Giannoulis

Wenn Emojis so verbreitet und wirksam sind, können sie dann nicht unsere „normale“ Sprache ersetzen? Diese und mehr Fragen beantwortet Elena Giannoulis im Interview mit detektor.fm-Moderatorin Sara Steinert.

Prof. Dr. Elena Giannoulis, Junior-Professorin für japanische Literatur - sieht Emojis als Bereicherung unserer Kommunikation.

sieht Emojis als Bereicherung unserer Kommunikation.
Wenn man sich mit Emojis in der Literatur beschäftigt, dann stellt man ganz schnell fest: Es ist kaum möglich, etwas nur in Emojis auszudrücken. Das geht nur in Kombination mit Sprache.Prof. Dr. Elena Giannoulis, Junior-Professorin für japanische Literatur

Redaktion: Dorothea Günther

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