Drogen- und Suchtbericht 2016: Das Phänomen Internetsucht

Sind Smombies auch internetsüchtig?

10.06.2016

Der Drogen- und Suchtbericht 2016 ist erschienen. Während der Alkoholkonsum zurückgegangen ist, taucht ein neues Phänomen auf: Die Internetsucht. Was ist das eigentlich und welche Rolle spielt das Smartphone dabei?

Eigentlich jeder hat ja so seine Laster, denen er sich gerne mal hingibt. Doch leider viel zu häufig werden aus diesen Gewohnheiten auch Abhängigkeiten. Ob Drogen, Glücksspiel oder auch Sport – alles kann sich zur Sucht entwickeln. Oft merken es die Betroffenen erst zu spät. Müssen wir Smartphonenutzer uns jetzt ernsthafte Sorgen machen?

Wann ist mein Verhalten eine Internetsucht?

Wann das Nutzungsverhalten schädlich ist, kann man an Hand verschiedener Anzeichen überprüfen. Spiele ich täglich stundenlang und über Monate hinweg? Habe ich Probleme, aufzuhören? Leide ich darunter, wenn ich einmal nicht spielen kann und vernachlässige ich meine Verpflichtungen? Das wären nur einige von vielen Anzeichen für eine Computerspielsucht.

Dass Computerspielen zur Sucht werden kann, darüber ist man sich weitestgehend einig. Strittig ist noch, ob auch die exzessive Nutzung von anderen Onlinemedien in diese Kategorie fällt. Neuerdings beschäftigt sich die Forschung auch mit der Sucht nach sozialen Netzwerken. Auch Onlinesexsucht – also der übermäßige Konsum von Pornografie im Netz – ist in den Blickpunkt der Forscher gerückt.

„Sie haben 37 neue Nachrichten“

Eigentlich möchte man nur kurz die Uhrzeit auf dem Smartphone checken. Und dann wartet eine neue Benachrichtigung auf dem Display. „Jemand hat Sie bei Facebook auf einem Foto markiert.“ Wer mag das wohl sein? Etwa 15 Minuten später hat man mit drei Freunden gechattet, vier Beiträge geliked, fünf Posts geteilt und die Meinung zu den neuen total süßen Katzenbabys als Kommentar unter dem Video verewigt. Was ist da passiert?

Eine wichtige Rolle spielt das Smartphone. Inzwischen sind über 44 Millionen Menschen in Deutschland im Besitz eines schlauen Handys. Im Jahr 2009 waren es noch sechs Millionen. Sie erleichtern uns durch die vielen praktischen Apps und den permanenten Internetzugang den Alltag enorm. Allerdings hat die andauernde Verfügbarkeit auch ihre Schattenseiten – immer mehr Menschen leiden unter der ständigen Ablenkung.

Die Rolle der Smartphones bei der Internetsucht und wie man sich selber besser kontrolliert erklärt Alexander Markowetz im Interview mit detektor.fm-Moderator Thibaud Schremser.

Die Suchtfrage ist gar nicht so interessant. Denn neben der halben Million von Menschen, die irgendwie betroffen sind, gibt es natürlich noch den ganzen Rest von uns. Die sind nicht süchtig, aber sie funktionieren suboptimal und könnten glücklicher und produktiver sein, wenn sie sich besser im Griff hätten. Alexander Markowetzhat sich in seinem Buch "Digitaler Burnout" mit der Smartphonenutzung auseinandergesetzt.