piqd Hintergrund | Frauen in der Tech-Branche, Zukunft der Werbung, Blockchain-Kritik

“Warum ist diese Branche so fucked up?”

17.11.2018

Die Digitalisierung verändert alles, auch unsere Werbung. Immer noch gibt es zu wenige Frauen in der Tech-Branche. Und haben mittlerweile eigentlich alle verstanden, worum es bei Blockchain geht? Die Themen auf dem Zündfunk Netzkongress 2018 und im piqd Hintergrund.

Diese Ausgabe piqd Hintergrund ist ein Special zum Zündfunk Netzkongress 2018, der jährlichen Konferenz des Magazins “Zündfunk” von Bayern 2.

Frauen in der Tech-Branche

In der IT-Branche herrscht seit Jahrzehnten ein Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen. Nicht nur das, Frauen werden teilweise systematisch benachteiligt und sexuell belästigt. Das war nicht immer so, wie Maria Fedorova im piqd Salon erzählt. Erst ein bei Tech-Unternehmen beliebter pseudowissenschaftlicher Einstellungstest machte die Branche in den 60er- und 70er-Jahren zum Männerclub. Das ändert sich langsam. Fedorova erwähnt viele aktuelle Beispiele.

Maria FedorovaFrauen werden in der IT nicht nur vom offensichtlichen Sexismus und Belästigungen zurückgehalten, es gibt auch noch unterschwellige, aber genauso gefährliche Verhaltensmuster, die man auch nicht so gut ansprechen und erkennen kann.Maria Fedorovaist Zündfunk-Autorin und Frauenpower-Verfechterin. Spricht und schreibt über Feminismus, Popkultur und Politik. 

Wie sieht Werbung in der Zukunft aus?

Die Digitalisierung hat Werbung grundlegend verändert: Die Ausspielkanäle, die Wahrnehmung, die Personalisierung. Gregor Schmalzried erklärt das Dilemma: Für Werbetreibende ist es einerseits leichter, zugeschnittene Zielgruppen zu erreichen, andererseits aber auch viel schwieriger, aus der Masse hervorzustechen. Die Nutzer profitieren von relevanteren Werbebotschaften, müssen dafür jedoch große Datenmengen preisgeben.

Gregor SchmalzriedWäre Coca-Cola die erfolgreichste Getränkemarke der Welt geworden, wenn sie von Anfang an nur Werbung ausgespielt hätten an Leute, die dunkelfarbige Limonaden mögen? Vermutlich nicht.Gregor Schmalzriedist Tech-Experte für Zündfunk und den BR24, baut Memes für Puls und hostet den Podcast "Hier nur privat". 

Eine kritische Betrachtung der Blockchain-Technologie

Kann das nicht auch eine Datenbank? Michael Seemann hinterfragt kritisch den Nutzen und die Relevanz der Blockchain. Für ihn eignet sich die Technologie nicht als Geld-Ersatz in Form von Krypto-Währungen wie Bitcoin. Sollte die Blockchain sich durchsetzen, befürchtet er ein Phänomen wie nach der Etablierung des Internets: ein Konzentrationsprozess, der zu Großkonzernen wie etwa Google führt, die dann eine Daten- und Machthoheit haben. Für ihn sind Bitcoin und die Blockchain in erster Linie Ideologien.

Michael SeemannWenn du glaubst, dass das Problem deiner Lösung die Blockchain ist, dann hast du weder die Blockchain noch dein Problem verstanden.Michael Seemannist Blogger, Kulturwissenschaftler, Autor und Netztheoretiker und empfiehlt regelmäßig guten Journalismus auf piqd. Foto: Ralf Stockmann 

Um diese drei Geschichten geht es in dieser Sonderausgabe des piqd-Hintergrund zum Zündfunk Netzkongress. Durch den Podcast führt Florian Schairer.


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