Safer-Internet-Day | Fake News enttarnen – aber wie?

Sieben Punkte für Klarheit

07.02.2017

Für Digital Natives sind Fake News in der Regel leicht zu erkennen. Aber viele User im Netz schenken den Falschmeldungen Glauben. Wie kann man Menschen mit wenig Medienkompetenz auf potentielle Lügen aufmerksam machen?

Fake News ein Begriff, der in Zeiten von rechter Stimmungsmache im Netz, im Wahlkampf und nicht zuletzt dank US-Präsident Donald Trump tagtäglich durch die Medien geistert. Während es manchen Usern leicht fällt, Falschmeldungen im Internet zu entlarven, vertrauen erstaunlich viele Nutzer unglaubwürdigen Quellen.

Danke, Filter-Bubble!

Im deutschsprachigen Raum sind die Fälle von Fake News im internationalen Vergleich eher selten. Aber sie kommen eben auch zu uns durch. Oft geht es dabei um Flüchtlinge. Besonders viel Aufsehen hat ein Fall erregt, in dem ein Geflüchteter angeblich ein Kind verspeist haben soll. Absurd, aber zahlreiche Menschen glaubten dem Fake.

Viele Nutzer werden durch sogenannte Filter-Bubbles vor Fake News „geschützt“. Gehören wir nicht zu den typischen Fans und Followern unzuverlässiger Seiten und stimmungsmachender Profile, werden uns die falschen Posts bei Facebook meist gar nicht angezeigt.

Gelegentlich aber platzt diese Filterblase. Zum Beispiel dann, wenn jemand aus der Verwandtschaft oder alte Bekannte einen solchen Beitrag teilen. Und spätestend dann stellt sich die Frage: Wie macht man Eltern, Verwandten, Kollegen oder Nachbarn klar, dass bestimmte Webseiten zuverlässig sind und andere eben vielleicht nicht?

Zuerst denken – dann klicken

Um genau in solchen Fällen aufzuklären, gibt es den Verein „mimikama“, der auch hinter der Webseite „Zuerst denken – dann klicken“ steckt. Seit 2011 klärt der Verein über Internetbetrug, Computersicherheit und auch über falsche Meldungen auf.

Man muss aber auch differenzieren: Viele wollen die Falschmeldungen nicht überprüfen. Gerade wenn bestimmte Ängste angesprochen werden. – Andre Wolf, Pressesprecher des Vereins „mimikama“

Fake News erkennen

Auf der Internetseite von mimikama hat der Verein eine Liste bereitgestellt, die Internetnutzern dabei helfen soll, Fake News besser zu erkennen. Sind beim Lesen einer Nachricht die ersten Zweifel geweckt, kann man mithilfe einer 7-Punkte-Liste des Vereins prüfen, ob es sich bei der Nachricht um eine falsche Meldung handelt:

  1. Überspitzte Darstellung erkennen
  2. Impressum überprüfen, wer schreibt?
  3. Inhaltlicher Gegencheck durch weiteres recherchieren
  4. Bildercheck
  5. Filter in Suchmaschine nutzen
  6. spezielle Suchmaschine von mimikama nutzen
  7. Fake News erkennen und melden bei mimikama

Sicher im Internet

Anlässlich des Safer-Internet-Days hat detektor.fm-Moderatorin Juliane Neubauer mit Andre Wolf von „mimikama“ darüber gesprochen, wie man als erfahrener Internet-User andere über Fake News aufklären kann.

Andre Wolf, Pressesprecher von MimikamaUnsere Leser müssen weiter verbreiten, was eine falsche Meldung ist. Nur dadurch können so viele Menschen wie möglich aufgeklärt werden.Andre Wolfist Pressesprecher und Mitarbeiter des Vereins mimikama. Foto: Barbara Wirl 

Redaktion: Conny Poltersdorf