Chat-Bots | Was man über Bots wissen muss: Ein Selbstversuch, ein Blick in die Zukunft und rechtliche Fragen

Lösen Bots die Apps ab? Ein Themenschwerpunkt

18.04.2016

Sie sollen Apps ablösen. Uns vollautomatisch eine Pizza, ein Taxi oder Tickets bestellen. Journalismus ins digitale Zeitalter begleiten. Und all das mit ganz einfacher, natürlicher Sprache: 2016 soll das Jahr der Chat-Roboter werden. Was können Bots, wie geht das, was kommt da noch und warum führt das bei Juristen zu Fragezeichen? All das in einem kompletten Themenschwerpunkt.

Da ist was los auf der Nerdhalbkugel! Dem Teil der Welt, in dem es nichts als Apps, Start-ups und Internet gibt: denn dort hat man seit ein paar Monaten ein neues Lieblingsthema. Doch bei genauer Betrachtung hat das mit uns allen zu tun. Es geht um nix weniger als die Frage: Wenn irgendwann keiner mehr Lust auf klassische Smartphone-Apps hat, was kommt dann?

Chat-Bots könnten die Antwort darauf sein: kleine Programme, die mit uns chatten und aus dem Gespräch heraus Aufgaben erledigen. Einfach so. Ohne extra Webseite, Programm oder App. Und nachdem vergangene Woche facebook angekündigt hat, Bots in seinen Messenger zu integrieren, stellen wir heute die Frage: Chatten wir also bald in facebook, wenn wir eine Pizza oder ein Taxi wollen?

Darüber sprechen wir in einem Themenschwerpunkt. Die gesamte Sendung gibt’s hier zum anhören – und die einzelnen Beiträge der Themenstunde gibt’s dann unten.


Wie geht das, was kann das, und macht’s Spaß? Chat-Bots im Selbstversuch

Was sind Bots eigentlich? Wie bedient man die? Wo findet man sie überhaupt – und machen die Spaß?

Vor allem aber: Wie steigt man ein in die Welt der Bots, als blutiger Anfänger und kompletter Neuling?

Marcus Engert und Sandro Schroeder haben sich da einmal durchgewühlt. Was sie gelernt haben und was sie empfehlen können, darüber sprechen beide mit detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg.


Betreiber haften für ihre Bots – oder wie?

Wo Neuland, da auch neue Fragen: und natürlich stellen auch Bots solche neuen Fragen.

Denn wenn ich bei einem Bot etwas kaufe: ist das dann ein verbindliches Geschäft? Oder wenn ein Bot mir etwas verspricht: gilt das dann? Und was ist eigentlich, wenn der Bot etwas verteilt, was er gar nicht verteilen soll?

Das sind nur einige der Fragen, die sich rund um Chat-Bots derzeit stellen. Fachanwälte für Medien- und IT-Recht zerbrechen sich darüber den Kopf: und ein solcher ist Christian Solmecke.

Über die rechtlichen Angelegenheiten rund um Chat-Bots hat detektor.fm-Moderator Konrad Spremberg mit ihm gesprochen.

Christian-Solmecke.Ich glaube, dass wir Juristen versuchen werden, diese Entscheidungen, die schon vorher in den Bot programmiert wurden, auf das Unternehmen zu übertragen. (...) Die Frage ist, ob ich wegen eines Irrtums noch einen Widerruf erklären kann.Christian SolmeckeFachanwalt für IT-Recht und Medienrecht in der Kanzlei "Wilde Beuger Solmecke". 

Wie geht’s weiter? Die Zukunft der Chat-Bots

In der Theorie sollen wir mit Bots einfach so reden oder schreiben können wie mit Freunden. Und die kleinen Helferlein sollen erkennen, was wir wollen – und das einfach so regeln. Ohne neues Programm und ohne, dass wir den Chat verlassen müssen.

Soweit die Theorie. Die Praxis aber sieht anders aus.

Was muss sich an Chat-Bots verbessern und wohin wird sich der Markt entwickeln? Darüber denkt  Martin Hoffmann nach. Er twittert unter @convjournalism über Chat-Bots in den Medien und hat mit Konrad Spremberg darüber gesprochen.

Martin Hoffmann - by Dietz SchwiesauIch glaube, dass im Moment Grundlagenarbeit gemacht wird. (...) Und dann sehe ich durchaus auch noch ein offenes Fragezeichen bei der ganzen Geschichte: Wie entdeckt man eigentlich diese Bots?Martin Hoffmannbeschäftigt sich mit Bots und "Conversational Journalism". Foto: Dietz Schwiesau