TTIP: Verhandlungsstart für das transatlantische Freihandelsabkommen

08.07.2013

Heute fällt der Startschuss für die Verhandlungen um das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA. Verbraucherschützer und Kulturschaffende befürchten Schlimmes. Worum geht's bei den Verhandlungen?

Costa Gavras, Berenice Bejo, Radu Mihaileanu und Lucas Belvaux: Kulturschaffende fürchten sich vor dem transatlantischen Freihandelsabkommen. / Foto: Frederick Florin/AFP

 

Die EU und die USA starten heute die Verhandlungen für das TTIP, das Transatlantic Trade and Investment Partnership. Dahinter verbirgt sich ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA.

Das Ziel: Die größte Freihandelszone der Welt

Ziel der Verhandlungen ist eine Freihandelszone, die 800 Millionen Menschen umfasst. Käme sie zustande, wäre sie die größte der Welt. Es ist eine Mammutaufgabe, die da auf die Handelsexperten beider Verhandlungspartner zukommt. Schätzungen zufolge werden die Verhandlungen mindestens zwei Jahre in Anspruch nehmen.

Mit der Freihandelszone würden unter anderem Einfuhrzölle abgeschafft, oder deutlich abgesenkt. Handelsbeschränkungen würden reduziert, der Fluss von Waren und Dienstleistungen zwischen EU und USA könnte weitaus unbürokratischer und freier vonstatten gehen. Die EU prophezeit eine jährliche Entlastung von 545 Euro pro Haushalt.

Schöne neue Handelswelt

Überschattet werden die Verhandlungen von dem Überwachungsskandal rund um die Geheimdienstprogramme „Prism“ und „Tempora“ nach den Enthüllungen des ehemaligenNSA-Mitarbeiters Edward Snowden.

Auch europäische Kulturschaffende und Verbraucherschützer sind wenig begeister von dem Abkommen. Die einen fürchten, dass Hollywood sie plattmachen könnte – die anderen, dass EU-Qualitätsstandards durch amerikanische Produkte verwässert würden.

Wie berechtigt diese Sorgen sind, darüber haben wir mit Godelieve Quisthoudt-Rowohl gesprochen. Sie sitzt für die CDU im Europäischen Parlament und ist Mitglied des zuständigen Ausschusses für Internationalen Handel.