Virtuelle Kunst: Vom Wachsen einer neuen Disziplin

Austellungen in der anderen Realität

14.02.2017

Virtuelle Realität könnte auch in der Kunstwelt die Zukunft sein. Im Haus der elektronischen Künste in Basel verschmelzen zurzeit Kunst und Datenbrillen-Technologie. Die Besucher betreten in der Ausstellung „Die ungerahmte Welt“ die virtuelle Realität der Kunstwelt. Was macht das mit unserem Begriff von Kunst?

Virtuelle Kunst

Eine neue Ausstellung. Doch der Raum ist komplett leer. Ist das schon Kunst? Nein, eines fehlt noch: die Datenbrille. Mit der wird der Betrachter Teil des virtuellen Kunstraumes, er wird vom Kunstwerk aufgesaugt und aktiver Bestandteil der digitalen Bildwelt.

In der virtuellen Realität werden die begrenzten Flächen eines Bildes oder Bildschirms überwunden. Statt von außen mit einer bestimmten Distanz passiv darauf zu blicken, taucht man aktiv in die Welt eines Bildes ein und die reale Umgebung wird durch eine virtuelle und Kunst-volle Umgebung ausgetauscht.

Die Zukunft der Ausstellungspraxis

Die Datenbrille, die den Weg für einen solchen Wandel ebnete, kam in dieser Form 2014 auf den Markt. Sie gilt in vielen Bereichen als das nächste große Ding, auch wenn die Idee der virtuellen Welt und 3-D-Brillen wesentlich älter sind.

Die Idee dahinter klingt recht simpel: Über eine etwas überdimensionierte Brille werden Informationen oder ganze Realitäten ins Sichtfeld des Nutzers eingeblendet. So geschehen auch in der Ausstellung „Die ungerahmte Welt. Virtuelle Realität als Medium für das 21. Jahrhundert“ im Haus der elektronischen Künste Basel. Dort erkundet der Betrachter die virtuelle Kunst mittels Head-Mounted-Display, Controller und der eigenen Körperbewegung.

Das gute an Virtual Reality ist, dass wir in Zukunft Kunstwerke mit denselben Geräten wahrnehmen werden, die wir sonst Zuhause vielleicht für etwas anderes verwenden. – Tina Sauerländer, Kuratorin der Baseler Ausstellung

Wohnzimmer als Museum

Mit den Möglichkeiten einer virtuellen Realität gibt es auch keine Ortsgebundenheit mehr. Kunstwelten können dann überall sein und überall betreten werden – auch im eigenen Wohnzimmer. Brauchen wir also zukünftig keine Museen, keine Ausstellungen, keine Kuratoren mehr? Und wenn wir alle programmieren lernen – machen wir dann selbst unsere eigene virtuelle Kunst?

Was Virtual Reality als neue Kunstform für bisherige Kunstauffassungen und auch für Kunstliebhaber bedeutet, das bespricht detektor.fm-Moderator Eric Mickan mit Tina Sauerländer, der Kuratorin der Ausstellung „Die ungerahmte Welt. Virtuelle Realität als Medium für das 21. Jahrhundert“.

Tina Sauerlaender - photo (c) Melina VolkmannKunst wird in Zukunft nicht mehr auf einem Sockel im Museum stehen, sondern in unserem Wohnzimmer stattfinden können.Tina Sauerländersieht virtuelle Kunst als die Zukunft.