Was wichtig wird | Bitcoin-Kollaps und die Folgen

Goldanlage oder Krypto-Paypal?

14.11.2017

Erdrutschartige Abstürze bei Bitcoin: Der Preis für einen Coin der Kryptowährung ist letzte Woche um mehr als 1.000 Euro gefallen. Woran liegt das? Und was hat der Wertverlust mit einer ideellen Spaltung der Bitcoin-Nutzer zu tun?

Jeden Dienstag sprechen wir über die Digitalthemen der Woche mit WIRED Germany. Grafik: detektor.fm | WIRED Germany.

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Bitcoin-Community im Streit

Bitcoin, das ist die Idee eines digitalen Zahlungsmittels, das liberal funktioniert. Ohne zentralen Zugriff von Staaten oder Banken. Geschützt durch ein Netzwerk an Nutzern. Eine Gemeinschaft, die Veränderungen und Beschlüsse nur durchsetzt, wenn die Mehrheit der Community dafür ist. An sich eine gute Idee, aber auch ein Problem. Denn seit Jahren befindet sich die Bitcom-Community im Streit.

StreamingDie einen sagen: Bitcoin soll wie Gold sein. Eine Wertanlage, aber man soll damit nicht bezahlen. Und dann gibt’s die anderen, die wollen so eine Art Krypto-Paypal ohne Fremdzugriff, sodass man sofort digitales Geld überweisen kann. - Dominik Schönleben, Redakteur bei Wired Germany 

Das Update scheitert

Aktuell ist es nicht möglich, ohne hohe Kosten mal eben so einen Geldbetrag zu überweisen. Das Bitcoin-Netzwerk ist viel zu überlastet. Das wollte ein Teil der Nutzer ändern. Der Vorschlag zur Lösung: SegWit2x. Ein Update, durch das doppelt so viele Transaktionen pro Sekunde durchgeführt werden könnten wie bisher. Aber letzten Mittwoch kam die Absage. Es klappt nicht. Wegen des andauernden Streits konnte sich keine Mehrheit für SegWit2x finden.

An dem Punkt haben viele Anleger gesagt: Scheiße, jetzt gibt’s ein Problem mit Bitcoin. Und sie haben angefangen ihre Bitcoins zu verkaufen. – Dominik Schönleben, Redakteur bei Wired Germany

Zuverlässigkeit geht verloren

Der große Profiteur: Bitcoin-Cash, das Schwesternetzwerk von Bitcoin, gestartet im August dieses Jahres. Innerhalb von wenigen Stunden schnellt der Wert von Bitcoin-Cash letzte Woche von 500 Euro auf 1700 Euro hoch. Der große Vorteil der kleinen Schwester: Bei Bitcoin-Cash sind deutlich mehr Transaktionen pro Zeiteinheit möglich. Mittlerweile haben sich beide Kurse wieder relativ stabilisert. Bitcoin ist wieder mehr, Bitcoin-Cash weniger wert.  Das dauernde Hin und Her ist trotzdem ein Problem für der Konzept Krypotwährung.

Man verliert die Zuverlässigkeit. Monatelang scheint es, dass Bitcoin funktioniert. Und dann ist das Geld plötzlich weniger wert. Und es ist ja auch so: Wenn man sagt, wir sind das bessere Geld, ohne Staat und Regulierungen, dann hat das Vorteile. Denn: Niemand kann Eingreifen. Aber es hat auch den Nachteil: Niemand kann eingreifen. – Dominik Schönleben, Redakteur bei Wired Germany

Über den Bitcoin-Crash und seine Folgen hat detektor.fm-Moderator Jakob Bauer mit Dominik Schönleben von Wired Germany gesprochen.

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