Was wichtig wird | Relais-Laser-Satelliten

Mit drei Satelliten um die Welt

Satelliten, die die Erde beobachten, haben ein Problem: Sie können nur wenige Minuten pro Erdumlauf die gesammelten Daten an die Erde schicken. Ein Daten-Stau im All quasi. Die ESA setzt nun Relais-Laser-Satelliten ein – was die machen und wie sie funktionieren, erklärt Michael Link von heise online.

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Satelliten sind schon praktisch. Sie haben nur ein Problem: Wenn sie mehr als einen festen Fleck auf der Erde beobachten sollen, müssen sie die Erde umkreisen. Während sie die Erde umkreisen und Daten sammeln, können sie diese Daten aber nicht an die Erde schicken. Das geht nur über einer Empfangsstation. Konkret heißt das: Beobachtungssatelliten brauchen 90 Minuten für eine Erdumrundung, von denen sie nur 10 Minuten Daten an die Erde schicken können. Und falls diese 10 Minuten nicht reichen, müssen sie es bei der nächsten Umrundung noch einmal versuchen. Ein Daten-Stau entsteht.

Eigentlich ist das kein Problem

Eigentlich dürfte das in unserer vernetzten Welt kein Problem sein. Es gäbe genug Empfangsstationen auf der Erde, um die Satelliten quasi durchgehend zur Erde funken zu lassen. Aber ganz so vernetzt will man dann doch nicht sein: russische Daten sollen nicht über us-amerikanischem Boden funken. Oder die Europäer wollen nicht über China Daten vermitteln. Deshalb hat sich die ESA etwas ausgedacht: Relais-Laser-Satelliten.

Es ist quasi so: Die Beobachtungs-Satelliten schicken ihre Daten per Laser ständig zu Relais-Satelliten, die konstant über einer Empfangsstation auf der Erde stehen. Dadurch entsteht eine Echtzeit-Übertragung. – Michael Link, heise online

Und diese Echtzeit-Übertragungen können auf ganz verschiedene Art und Weise nützlich sein. Zum einen können Warnungen schneller vermittelt werden – wenn ein Tsunami gesichtet wird, geht die Meldung sofort raus und nicht erst 80 Minuten später. Außerdem können sie dabei helfen, dem Problem des Weltraum-Mülls Herr zu werden. So könnten die Relaisstationen Echtzeit-Befehle an Beobachtungssatelliten geben, um Weltraummüll auszuweichen. Und das ist nur ein winziges möglichen Anwendungsgebiet.

Mit drei Relais-Laser-Satelliten um die Welt

Für dieses weltumspannendes Netzwerk bräuchte die ESA nur drei Satelliten. Einer davon fliegt schon eine Weile, der zweite ist kürzlichen gestartet und der dritte wird in zwei bis vier Jahren folgen. Wie das technisch funktioniert und wofür eine Echtzeitübertragung noch gebraucht wird, erklärt Michael Link von heise online dem detektor.fm-Moderator Nico van Capelle.


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