Wer nicht fragt, bleibt dumm | Unterstützung für Open-Source-Software

Der Hobby-Programmierer ist ein überholtes Klischee

16.05.2017

Bisher wird die Entwicklung gemeinnütziger Software selten unterstützt. Doch der Non-Profit-Verein "Open Knowledge Foundation" erhält nun für sein Projekt "Prototype Fund" einen finanziellen Zuschuss vom Staat. Ein Gespräch mit Content Managerin Eileen Wagner.

Viele Nutzer arbeiten regelmäßig mit Open-Source-Software. Möglicherweise wissen sie das aber gar nicht. Es geht nämlich dabei gar nicht so sehr um das Produkt selbst. Wann etwas als Open-Source gilt, ist streng geregelt.

Vor allem geht es darum, den Quellcode für alle verfügbar zu machen. So können Nutzer Patches und Updates bauen oder Abspaltungen (Forks) auf Basis der ursprünglichen Software programmieren. Darin liegt der Unterschied zu Programmen wie Microsofts Office-Paket oder Adobes Creative Suite. Deren Quellcodes sind nur von den Entwicklern einsehbar.

Bei Open-Source-Programmen denkt man wahrscheinlich an Linux. Aber außer Linux gibt es noch ganz viele andere Open-Source-Systeme und Programme, die täglich benutzt werden. – Eileen Wagner, Prototype Fund

Open-Source-Innovationen sollen gestärkt werden …

In vier Durchläufen können sich Einzelkämpfer und Teams über die nächsten drei Jahre bei „Prototype Fund“ bewerben und ihre Programm-Prototypen vorstellen. Immer unter der Voraussetzung, dass der Quellcode offen zugänglich ist. Mit 1,2 Millionen Euro wird dem Projekt bei der Unterstützung solcher gemeinnützigen Systeme geholfen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat den Zuschuss letztes Jahr in einer Bekanntmachung bestätigt. Ziel des Projektes sei es unter anderem, eine „Basis für ein Ökosystem derartiger Projekte in Deutschland zu schaffen“. Außerdem soll Deutschland als Standort für Software-Innovation attraktiver werden. Ebenso wie fragdenstaat.de ist „Prototype Fund“ eine Initiative aus dem Hause Open Knowledge.

 … und Innovationen im kommerziellen Bereich

Ein ähnliches Projekt stellt der „mFUND“ dar. Hier können sich Gründer und Entwickler in der Digital-Branche bewerben und werden im Erfolgsfall vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur subventioniert. Unterstützt werden Ideen, die maßgeblich zur Verbesserung der digitalen Mobilität und Infrastruktur beitragen. Im Gegensatz zum „Prototype Fund“ wird hier aber kommerziellen Firmen und Start-ups finanziell unter die Arme gegriffen. Das Budget des Projekts beläuft sich auf 100 Millionen Euro.

Wie der „Prototype Fund“ arbeitet und was an dieser Arbeit so wichtig ist, hat detektor.fm-Moderatorin Doris Hellpoldt mit Eileen Wagner besprochen. Sie ist bei dem Projekt zuständig für die Konzipierung von Online-Inhalten.

eileenwagner-prototypefundOpen-Source hat – auch aus historischen Gründen – nicht immer viel Förderung bekommen. Das wollen wir ändern.Eileen Wagnerist Content-Managerin bei Prototype Fund. 

Redaktion: Robin Hatting


„Wer nicht fragt, bleibt dumm!“
Welche Infos der Staat herausgibt und wo er mauert.
Jede Woche. Auch als Podcast. In Kooperation mit:

fragdenstaat_logo