YouNow | Die neue Social Media-Plattform

Livestreams aus dem Kinderzimmer

04.02.2015

YouNow ist der neue Trend unter den Social Media Plattformen. Die Generation U18 streamt im Wettbeweb um Aufmerksamkeit und Likes ihren Alltag direkt ins Internet. Eltern und Datenschützer sind besorgt.

Neue Social Media Plattform

Bei Facebook, Instagram und Co. tummeln sich bereits die Eltern. Deswegen gelten diese Plattformen bei vieler Jugendlichen unter 18 bereits als überholt. Ein neues Netzwerk nur für Gleichaltrige muss her. YouNow nennt sich der Newcomer im Social Media-Bereich und erfreut sich wachsender Beliebtheit.

Ein Whatsapp-Chat mit Livebildern – Tobias Röttger

Per Livestream kann man hier die ganze Welt an seinem Leben teilhaben lassen.  Ein Livechat macht es möglich, direkt mit den eigenen Zuschauern zu reden. Mit ein paar einfachen Klicks ist das Konto eingerichtet und es kann losgehen. Eine App und die Verbindungen zu anderen Netzwerken gibt es auch.

Sehr junges Publikum, sehr junge YouNower

Die vielen jungen Nutzer, die sich unter ihresgleichen sicher fühlen, geben schnell sehr viel Intimes von sich Preis. Im Wettbewerb um Aufmerksamkeit in Form von Likes werden Alter, Wohnort, sexuelle Orientierung und Lieblingsmusiker ausgetauscht.

Die Generation U18 hat bereits ein grundsätzlichg anderes Verständnis von Privatssphäre und geht freizügig mit private Informationen um.  Ein gefundenes Fressen für Stalker, Mobber und Pädophile. Doch mittlerweile engagieren sich auch beliebte Youtuber im Dienste der Aufklärung, wie beispielsweise LeFloid.

GEMA-Probleme dank GTA Soundtrack im Hintergrund

Im Livechat aus dem Kinderzimmer läuft beim Austausch mit anderen Nutzern oft Musik im Hintergrund. Daran hat auch die GEMA ein Interesse. Denn die Beschallung aus dem off ist auch vergütungspflichtig.

Doch Urheber- und Persönlichkeitsrechte sind in dieser Sphäre eher Fremdwörter. Da werden auch kurzerhand ganze Unterrichtsstunden für alle Welt ins Internet gestellt, ohne sich vorher die Zustimmung vom Rest der Klasse inklusive Lehrer zu holen. Vielen der Nutzer sind derlei rechtliche Feinheiten bislang egal. Sie interessieren sich mehr dafür, am anderen Ende auch ihre bekannten YouTube-Stars zu treffen, die sich mittlerwele ebenfalls bei YouNow tummeln.

Was das neue Portal möglich macht und welche Gefahren dabei auf die Nutzer warten, darüber hat Moderatorin Doris Helpholdt mit dem Rechtsanwalt Tobias Röttger gesprochen. Er sich auf Urheber- und Medienrecht spezialisiert hat.

roettger_kopf_01Im Prinzip ist es so, als würde man eine öffentliche Facebook-Party machen, zu der dann sehr viele fremde Leute kommen. Und auch dann müsste man GEMA-Gebühren bezahlen. Da sind schnell Mindestgebühren von 800 Euro pro Session fällig. Tobias Röttgermöchte kein reiner Verbieter in Sachen Social Media sein.  

Redaktion: Natalie Schorr