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Argentine youth Francisco Avalos, poses while watching a tv series onn his laptop at his home in Bernal, Buenos Aires outskirts, Argentina, on August 6, 2020, amid the COVID-19 pandemic. – 20-year-old Francisco Avalos only managed to celebrate his one-month anniversary with his new girlfriend Guadalupe before lockdown imposed itself. He recounts how she baked him biscuits and wrote: “One month and counting. I love you.” By their next anniversary, they were under lockdown. (Photo by JUAN MABROMATA / AFP)
Bild: Juan Mabromata | AFP

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Klimasünder Streaming?

Netflix, Amazon Prime oder die ARD-Mediathek – Streaming Plattformen bieten eine enorme Filmauswahl und das für wenig Geld. Wie viel Strom dafür verbraucht wird, vergisst man schnell, wenn man die eigene Lieblingsserie schaut. Ist Streaming der neue große Klimakiller?

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Ist Videostreaming das neue Fliegen?

Egal ob auf Streamingplattformen, in Mediatheken oder auf TikTok – Videodateien machen 80 Prozent des gesamten globalen Datenverkehrs aus. Dabei denken die wenigsten an die riesigen Rechenzentren, die enorme Mengen an Strom verbrauchen. Das passiert alles hinter dem Bildschirm und kann leicht ausgeblendet werden. Vor allem, wenn man sich gut unterhalten fühlt.

Wie umweltschädlich Streaming ist, darüber ist sich die Wissenschaft nicht ganz einig. Eine viel diskutierte Studie aus Frankreich hat ergeben, dass im Jahr 2018 Videostreaming genauso viel CO2 produziert hat, wie ganz Spanien. Die Ergebnisse basieren allerdings größtenteils auf Annahmen. Das Umweltbundesamt hat sich erstmals reale Nutzerdaten angesehen. Mit dem Ergebnis: Die Umweltbelastung durch Online-Videos ist nicht so groß wie gedacht.

Streaming verursacht Ressourcenbedarf, verursacht Stromverbrauch und damit erzeugt es auch CO2. Aber es ist kein Klimakiller, der mit Fliegen vergleichbar wäre.

Ralph Hintemann, Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit

Ralph Hintemann, Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit

Wie geht klimafreundliches Streaming?

Wie viel CO2 ausgestoßen wird, wenn jemand online „Stranger Things“ oder „Babylon Berlin“ schaut, kann ganz unterschiedlich sein. Unterwegs im 3G Netz ist der Stream 50 Mal umweltschädlicher als im WLAN über einen Glasfaseranschluss. Über die Umweltbilanz entscheidet auch, wie energieeffizient die Server der Plattformanbieter arbeiten.

Warum Videostreaming noch nicht so schlimm wie Fliegen ist und wie verhindert werden kann, dass es überhaupt dazu kommt, weiß Ralph Hintemann. Er arbeitet am Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit und forscht dort zu nachhaltiger Digitalisierung. Wie jeder und jede Einzelne klimafreundlicher streamen kann, darüber spricht detektor.fm-Moderatorin Maureen Welter mit der Redakteurin Charlotte Nate.