10 Tage bis zur Wahl – Sollten Bürger zum Wählen gezwungen werden?

12.09.2013

Die Wahlbeteiligung in Deutschland sinkt seit Jahren. Oft wird den Deutschen daher Politikverdrossenheit vorgeworfen. Sollte ein Volk durch eine Wahlpflicht dazu gezwungen werden, sich mit Politik auseinanderzusetzen?

Die freie Wahl ist das zentrale Merkmal einer Demokratie. Foto: Lars Kulesch / pixelio.de

forscht vor allem zu Nichtwählern.Dorothée de Nèveforscht vor allem zu Nichtwählern. 

Seit den 1970er Jahren sinkt die Wahlbeteiligung in Deutschland kontinuierlich. Bei der Bundestagswahl 2009 lag sie bei gut 70 Prozent. Zum Vergleich: 1972 und 1976 haben rund 90 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuz auf dem Stimmzettel gemacht.

Wählen als demokratische Pflicht?

In Ländern wie Italien, der Türkei oder Australien stellt sich die Frage, wählen zu gehen gar nicht. Denn dort ist jeder Wahlberechtigte auch verpflichtet, seine Stimme abzugeben. Wer nicht wählt, muss in manchen Ländern mit Wahlpflicht mit Geldbußen oder sogar einer Gefängnisstrafe rechnen.

Ist eine Wahlpflicht auch in Deutschland sinnvoll? Oder lässt sich die Wahlpflicht gar nicht mit dem Grundsatz der freien Wahl vereinbaren? Über diese Fragen haben wir mit Dorothée de Nève gesprochen. Sie forscht an der Fernuniversität Hagen im Bereich politische Partizipation.

Wer nicht wählen geht, ist umso mehr aufgefordert, sich an anderer Stelle einzubringen. – Dorothée de Nève, Fernuniversität Hagen


+++ Die Beiträge unserer Serie zur Bundestagswahl im Überblick +++

20 Tage bis zur Wahl – Steinbrück gegen Merkel und Raab gegen alle: Das TV-Duell

30 Tage bis zur Wahl – „Leichte Sprache“ für Wahlprogramme

40 Tage bis zur Wahl – Das Internet als kaum genutztes Wahlkampfmedium

50 Tage bis zur Wahl –  Wie unser Wahlverhalten beeinflusst wird

60 Tage bis zur Wahl – Die Tücken der Briefwahl

70 Tage bis zur Wahl – Ohne Partei in den Bundestag

80 Tage bis zur Wahl – Wie sieht guter Wahlkampf heutzutage aus?