Anstieg der Gewalttaten durch Flüchtlinge

Ohne Perspektive

03.01.2018

Die Zahl der Straftaten in Niedersachsen ist zwischen 2014 und 2016 erheblich gestiegen. Vor allem straffällig gewordene Flüchtlinge sorgen für den sprunghaften Anstieg. Aber was treibt sie?

Anstieg der Gewalttaten durch Flüchtlinge

Die Anzahl der Gewalttaten in Niedersachsen ist zwischen 2014 und 2016 um 10,4 Prozent gestiegen. Für diesen Anstieg waren in 90 Prozent der Fälle Geflüchtete verantwortlich. Das hat eine Studie des Bundesministeriums für Familie und Jugend herausgefunden. Die Straftäter kommen vor allem aus Marokko, Algerien und Tunesien. Asylsuchende aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak sind hingegen kaum negativ aufgefallen.

Ursachen

Einige Tatsachen relativieren die Zahlen, sagt der Kriminologe Dirk Baier. Er leitet an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften das Institut für Deliquenz und Kriminalprävention und hat an der Studie mitgearbeitet. Ein offensichtlicher Grund für die steigende Zahl an Delikten sei die ebenfalls gestiegene Anzahl an Geflüchteten in diesen Jahren gewesen. Allerdings gebe es durchaus weitere Ursachen für den Anstieg.

Unsere Analysen zeigen, dass die Anzahl der Flüchtlinge sich nur verdoppelt hat. Das heißt, die reine Anzahl an zugewanderten Flüchtlingen ist nicht die ganze Erklärung dieses Anstiegs. – Dirk Baier, Kriminologe

Unterschiede zwischen den Herkunftsländern

Warum gerade die Geflüchteten aus den nordafrikanischen Staaten so häufig straffällig werden, ist für den Kriminologen Dirk Baier nachvollziehbar.

Flüchtlinge aus Nordafrika erfahren relativ früh, dass sie hier nicht bleiben können und hier nicht gewollt sind. Dass man unter diesen Umständen nicht bereit ist, sich an die geltenden Gesetze zu halten, das kann man auch ein Stück weit nachvollziehen. – Dirk Baier

Wenn Flüchtlinge keine Perspektive sehen, werden sie oft straffällig. Kriminologe Dirk Baier hat mit detektor.fm-Moderatorin Teresa Nehm über Lösungsansätze für das Problem gesprochen.

Dirk BaierDie jungen Flüchtlinge sind zum Nichtstun verdammt. Dann suchen sich diese jungen Männer Aktivitäten und dass dabei auch Gewalt eine Folge sein kann, das wundert nicht.Dirk Baierleitet an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften das Institut für Deliquenz und Kriminalprävention. 

Redaktion: Amelie Berboth