Antisemitismus in Frankreich

Immer mehr Juden wandern aus

16.01.2015

Immer mehr französische Juden wandern nach Israel aus. Der Anschlag in Paris auf einen jüdischen Supermarkt treibt diesen Trend noch an. Netanjahu unterstützt dies und wirbt mittlerweile öffentlich für ein "Nach-Hause-Kommen".

Ein sich verstärkender Trend

Die Terror-Serie in Paris treibt immer mehr französische Juden dazu, über eine Ausreise nach Israel nachzudenken. Bei dem Anschlag auf einen koscheren Supermarkt wurden kürzlich vier Juden erschossen. Nun rufts Israels Premierminister Benjamin Netanjahu alle französischen Juden dazu auf „nach „Hause“ zu kommen.

Dabei müsste er das gar nicht. Denn schon seit zwei Jahren kommen die meisten Einwanderer in Israel aus Frankreich. Die Aliyah, wie die Ausreise nach Israel auch genannt wird, wird bei französischstämmigen Juden immer beliebter. Der Antisemitismus in Frankreich wird für viele zur unerträglichen Last.

Alltagsrassismus in Frankreich

Antisemitische Übergriffe vor allem in Paris und Umgebung gehören mittlerweile zum Alltag. Bei Eskalationen im Gaza-Konflikt spitzt sich die Situation immer wieder zu. Trotz des Gaza-Konfliktes scheint Israel die sicherere Alternative für viele Franzosen zu sein.

Auch wenn französische Politiker schnell sind mit der Verurteilung antisemitischer Übergriffe, die Anzahl der Anschläge auf jüdische Institutionen steigt. Der Polizeischutz wurde jedoch erst nach den Anschlägen der vergangenen Woche erhöht.

Israel wirbt um Neuankömmlinge

Israel ist auf die Einwanderung jüdischer Migranten angewiesen und empfängt Einreisewillige mit offenen Armen. Wer Interesse an der Einwanderung hat, kann sich über die Jewish Agency über die notwendigen Unterlagen für die erfolgreiche Auswanderung informieren.

Französischstämmige Juden bilden in Israel mittlerweile die größte neue Einwanderungsgruppe. Kersten Augustin und Anne Fromm sprachen mit einigen der Auswanderer.

Redaktion: Natalie Schorr