Antritt | Gino Bartali im Widerstand

"Da hat er keinen Augenblick gezögert"

04.05.2018

Der Giro d'Italia startet 2018 in Jerusalem. Das geschieht auch im Gedenken an Gino Bartali, der im Zweiten Weltkrieg italienische Juden vor der Verfolgung gerettet hat.

Antritt wird präsentiert von Schwalbe Fahrradreifen


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„Antritt“ wird präsentiert von Schwalbe Fahrradreifen.

Der Giro d’Italia beginnt in diesem Jahr zum ersten Mal nicht nur in einem anderen Land, sondern sogar auf einem anderen Kontinent. Am 4. Mai findet ein Auftaktzeitfahren in Jerusalem in Israel statt. Es folgen zwei weitere Etappen von Haifa nach Tel Aviv und von Be’er Scheva nach Eilat. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Auftakt der großen italienischen Rundfahrt in einem anderen Land stattfindet. Doch für den Start in Israel gibt es auch einen historischen Grund: Damit soll Gino Bartali gedacht werden, der im Zweiten Weltkrieg Teil eines antifaschistischen Netzwerks in Italien gewesen ist.

Gino Bartali – Ein Rennfahrer im Widerstand

Vielen Menschen ist Bartali vor allem als Rennfahrer bekannt, der selbst den Giro d’Italia dreimal gewonnen hat: 1936, 1937 und 1946. Außerdem konnte er zweimal die Tour de France gewinnen und ist vor allem als Konkurrent von Fausto Coppi im Gedächtnis geblieben. Dass er aber auch ein Widerstandskämpfer auf dem Fahrrad gewesen ist, dringt erst seit den letzten Jahren ins öffentliche Bewusstsein. Bartali schmuggelte während der deutschen Besatzung gefälschte Ausweisdokumente im Sitzrohr seines Rennrads. Damit ermöglichte er ungefähr 800 Jüdinnen und Juden die Ausreise und somit auch den Schutz vor Verfolgung und Vernichtung. Inzwischen ist er von der Shoa-Gedenkstätte Yad Vashem als „Gerechter unter Völkern“ anerkannt. Kurz vor dem Giro-Start wurde Bartali außerdem die israelische Ehrenstaatsbürgerschaft posthum verliehen.

Stefan Osterhaus hat Zeitzeugen in Israel getroffen

Über die Geschichte Gino Bartalis im Widerstand haben wir mit Stefan Osterhaus gesprochen. Er ist Sportkorrespondent der Neuen Zürcher Zeitung in Deutschland und hat während seiner Recherchen Zeitzeugen in Israel getroffen, denen Bartali mit gefälschten Dokumenten in den Vierzigerjahren die Ausreise aus Italien ermöglicht hat.

Bartali hat extrem viele Dokumente geschmuggelt, im Rahmen seines Rennrads. Darunter waren 800 Dokumente von Juden, denen so die Flucht ermöglicht wurde.Stefan Osterhaushat die Geschichte von Gino Bartali akribisch recherchiert. 

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