Gedanken zum Beginn der Fastenzeit

Fasten ohne Religion: Wieso eigentlich?

01.03.2017

Mit dem Aschermittwoch beginnt die Fastenzeit. Eine Zeit, in der viele Deutsche, ob gläubig oder nicht, 40 Tage vor Ostern auf etwas verzichten wollen – doch worauf? Und welche Formen des Fastens gibt es eigentlich heute so?

Der Karneval ist vorbei. Mit dem heutigen Aschermittwoch beginnen für viele Menschen in Deutschland 40 Tage des Verzichts. Längst ist die Fastenzeit nicht mehr nur ein rein religiöser Brauch.

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Für Christen bedeutet Fasten: 40 Tage vor Ostern abgesehen von den Sonntagen wird verzichtet. Doch auch die anderen Religionen fasten. Im Islam gibt es den Ramadan. Muslime fasten in der Zeit tagsüber, nachts dürfen sie schlemmen. Im Judentum gibt es unter anderem den Fastentag Jom Kippur.

Fasten als Lifestyle

In Deutschland ist Fasten jedoch nicht mehr eine rein religiöse Angelegenheit. In einer repräsentativen Forsa-Umfrage der DAK gaben etwa 60 Prozent an, fasten zu wollen. Der Großteil von ihnen will auf Alkohol verzichten. Aber auch Süßigkeiten, Fleisch oder Rauchen stehen als Verzichtsobjekt hoch im Kurs. Doch ähnlich wie bei den guten Vorsätzen für das neue Jahr bleibt Fasten bei einigen Menschen auch nur auf der Vorsatzliste.

Immerhin 59 Prozent der Befragten haben schon einmal in ihrem Leben gefastet. Als Begründung werden meist gesundheitlichen Aspekte angegeben. Aufs Internet verzichten die meisten Menschen, weil sie sich mehr mit ihren Freunden und Verwandten treffen wollen. Außerdem erhoffen sich viele weniger Stress.

Alternatives Fasten

Fasten bedeutet aber nicht nur Nahrungsverzicht. In der Fastenzeit ruft der B.U.N.D. zum Plastikfasten auf. Die Grünen wollen, dass die Menschen auf ihre Autos verzichten – wobei das nur für 18 Prozent der Deutschen laut Umfrage eine Option wäre. Wem der einfache Nahrungsverzicht zu wenig ist, der kommt sportlich beim Fastenwandern voll auf seine Kosten.

Mit dem Programm „7 Wochen Ohne“ spricht die Evangelische Kirche nicht nur Christen an. Ziel der Aktion ist es, durch zum Beispiel den Verzicht von Ungeduld die zwischenmenschlichen Beziehungen zu fördern.

Es ist eine sinnvolle Alternative zum falsch verstandenen Fasten. – Arnd Brummer, Leiter der Fastenaktion „7 Wochen Ohne“

Fasten hat nämlich eigentlich im christlichen Sinne auch nichts mit Askese und Nahrungsverzicht zu tun.

Extremverzicht: Minimalismus

Ein Verzicht, der über die Zeit des Fastens hinausgeht, ist der Minimalismus. Dort verzichten die Menschen nicht auf Nahrung, sondern auch auf den konsumorientierten Überfluss.

Minimalisten wie Joachim Klöckner verzichten nicht nur 40 Tage. Bei ihnen wird der Verzicht zum Lebensstil.

Warum die Menschen fasten und welche Formen es heute so gibt, hat detektor.fm-Redakteurin Conny Poltersdorf zusammengetragen.

Redaktion: Conny Poltersdorf