Berliner Fashion Week: Unisex-Mode als Trend

Ende der Geschlechtertrennung?

19.01.2017

Januar in Berlin: Es ist Fashion Week. Ein Trend ist bereits erkennbar: Unisex-Mode - Kleidung für sie und ihn. Im letzten Jahr ließen Modedesigner männliche und weibliche Models zusammen auf den Laufsteg. Es folgten ganze Unisex-Kollektionen.

Unisex-Mode seit Beginn der Moderne

Kleidung, die sowohl Männer als auch Frauen tragen können: Die Unisex-Mode gibt es schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts. Dabei kam es aber nicht zu einer Vereinigung von männlicher und weiblicher Mode. Eher bedienten sich die Frauen stärker bei männlichen Stilen. Vorbilder waren Marlene Dietrich oder der Kurzhaarschnitt ,,Garçon/Garçonne“ aus den Zwanzigern.

Zurück auf die Laufstege

Der Trend begann vor einem Jahr mit einer Präsentation von Christopher Bailey. Er kombinierte einfach seine Damen- und Herrenkollektionen, was für viele als Novum galt. Seitdem fand die Unisex-Mode Gefallen.

Die Professorin Ulrike Nägele von der Akademie für Mode und Design aus München sieht die geschlechtsneutrale Mode als Befreiungsschlag von der klassischen Rollenverteilung.

Es gibt bei Männern und Frauen unterschiedliche Richtungen, wie der Reißverschluss oder die Knopfleiste angenäht wird. Es wird sich einfach Gedanken gemacht, ob so was noch zeitgemäß ist. – Prof. Ulrike Nägele, Akademie für Mode und Design München

Der Schnitt zeichnet sich beispielsweise durch einen ,,Oversized-Look“ aus, bei dem geschlechtsspezifische Konturen verschwimmen.

Durch Unisex zur Nachhaltigkeit?

Eine berühmte Vertreterin der Mode für beide Geschlechter ist Stardesignerin Vivienne Westwood. Sie erkannte bei ihrer neuen Kollektion für Männer und Frauen einen weiteren Vorteil: Wenn man Kleider mit dem Partner tauschen würde, ist das gut für die Umwelt.

Die Mode-Expertin Ulrike Nägele begrüßt diese Idee zwar sehr, aber sie sieht die Unisex-Mode nur als Trend und nicht als Zukunftsmodell für die gesamte Modebranche. Dafür bieten geschlechtsbezogene Körperformen und Schnitte einfach zu großen Raum für Kreativität.

Es ist utopisch, dass die gesammte Mode auf eine Unisex-Ausrichtung hinausläuft. Die Körper sind eben verschieden und so wird es auch die Mode sein. – Prof. Ulrike Nägele

Mit detektor.fm-Moderatorin Carina Fron spricht die Mode-Expertin Ulrike Nägele von der AMD – Akademie für Mode & Design München über den Unisex-Trend.

Ulrike Nägele_Modeschule München_privatDas Spiel mit den Geschechtern ist schon länger in der Mode zu Hause. Jetzt wird es durch verschiedene Designer breiter angelegt.Prof. Ulrike Nägelehält die Professur für künstlerisch-konzeptionelle Modedarstellung und Inszenierung an der AMD München.