Burnout-Risiko bei Lehrern

Berufswunsch aus falschen Motiven

10.07.2014

Ausgebrannte Lehrer: ein Massenphänomen. Grund dafür ist oftmals schon die Berufswahl: nur wer wirklich Lehrer werden will, sollte es auch tun. Denn schon Lehramtsstudenten bewältigen Stress oft schlechter.

Der Lärm, unmotivierte Schüler, anspruchsvolle Eltern: Viele Lehrer halten es nicht bis zur Rente aus, sie gehen in den vorzeitigen Ruhestand. Das kostet viel Geld, viele Nerven.

Die Gesellschaft muss enorme Kosten aufbringen, da der Staat sowohl die Pensionen der Vorruheständler als auch die Gehälter der Nachrücker bezahlen muss. Die Lehrer selbst hingegen hätten in einem anderen Beruf glücklicher werden könnnen. Und die Schüler zufriedener, weil sie von entspannten Menschen aufs Leben vorbereitet werden.

Schlechtes Stressmanagement

Diese Probleme zu lösen, ist eine Forschergruppe der Universität des Saarlandes angetreten. Sie wollten herausfinden: Liegt es an den Anforderungen des Berufs? Ist der Job einfach zu stressig?

Das Ergebnis: Die Gefahr für einen Burnout lässt sich schon bei Lehramtsstudenten ausmachen. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen haben sie schon zu Studienbeginn schlechtere Strategien, Stress zu bewältigen.

Verantwortlich für die Studie ist Julia Karbach, Professorin für pädagogische Psychologie. Sie erklärt uns die Ergebnisse im Interview.

Prof. Julia Karbach hat das Burnout-Risiko von Lehrern untersucht. Foto: Jörg PützMenschen, die gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeiten möchten, sind belastbarer. Prof. Julia Karbachist Professorin für Pädagogische Psychologie an der Universität des Saarlandes.