CO2-Emissionen von Flugreisen kompensieren

Wie viel kostet eine Tonne CO2?

07.08.2018

Flugreisen verursachen eine Menge CO2. Viele Plattformen bieten die finanzielle Kompensation der entstandenen Emissionen an. Wie nachhaltig ist das?

Preise für CO2-Emissionen variieren

Dass Flugreisen dem Klima nicht zuträglich sind, ist kein Geheimnis. Auf den nächsten Surfurlaub auf Bali oder die Geschäftsreise nach New York verzichtet deshalb aber kaum jemand. Der Trend geht eher dahin, sein schlechtes „Klima-Gewissen“ durch Spenden an Klimaschutzprojekte zu kompensieren. Auf mittlerweile knapp 30 Plattformen kann man die CO2-Emissionen seiner Reise kalkulieren lassen und in entsprechender Höhe spenden. Doch die Kalkulationen und damit die Preise fallen oft unterschiedlich aus.

Es gibt Qualitätsstandards, die nur auf reine CO2-Emissions-Minderung achten. Und dann gibt es noch zusätzliche Standards, wie zum Beispiel den Goldstandard. Der schaut auch auf die sozialen Verhältnisse des Klimaschutzprojekts. – Stefanie Böther, Klimaschutzexpertin der deutschen Emissionshandelsstelle

Solaranlagen, Windräder oder Aufforstung?

Die Anbieter kooperieren mit verschiedenen Klimaschutzprojekten. Die Maßnahmen sind allerdings auch unterschiedlich wirksam. Beispielsweise ist Aufforstung recht leicht in die Tat umzusetzen und auch vergleichsweise günstig. Allerdings müssen die Bäume 50 bis 100 Jahre wachsen, damit sie tatsächlich klimawirksam sind. Das kann kein Anbieter garantieren.

Die Projekttypen kann man nicht pauschal über einen Daumen peilen. Es kommt von Projekt zu Projekt drauf an und das macht es natürlich für den Endverbraucher recht schwierig und auch unübersichtlich. – Stefanie Böther

„Klimaneutral“ gibt es nicht

Ungeschehen machen kann man seine Flugreise mit einer Kompensationsleistung nicht. Eine Spende an ein nachhaltiges Klimaschutzprojekt kann aber in keinem Fall schaden. Trotzdem sollte man sich vorher gut über den Anbieter informieren.

Wie setzen sich die Berechnungen zusammen und was muss man bei der Wahl der Plattform beachten? Darüber hat detektor.fm-Moderatorin Sara Steinert mit Stefanie Böther gesprochen. Sie ist Klimaschutzexpertin der deutschen Emissionshandelsstelle.

CO2 EmissionenWenn man nur freiwillig kompensiert, ändern wir nichts am Klimawandel und es ist auch nicht der letzte Schritt zur Weisheit. [...] Vorranging muss natürlich immer die Vermeidung und Reduktion sein.Stefanie Bötherist Klimaschutzexpertin bei der deutschen Emissionshandelsstelle des Umweltbundesamts. 

Redaktion: Berit Ström