Aus der Rauch: Coffeeshops in den Niederlanden für Ausländer dicht

30.05.2011

Tulpen, Käse, van Gogh - Gründe für einen Besuch in den Niederlanden gibt es viele. Ein beliebter Grund jedoch steht nun vor dem Aus: die Coffeeshops bleiben fortan für Ausländer verschlossen.

Mit dem Joint im Coffeeshop - bald sind hier nur noch Inhaber des “Graspasses” zugelassen, die über 18 Jahre alt und in den Niederlanden gemeldet sind. / © David Hecker/ ddp

lebt als freier Journalist in Amsterdam.Tobias Müllerlebt als freier Journalist in Amsterdam. 

Wer in den Niederlanden Urlaub macht, geht vielleicht ins Van Gogh-Museum oder sieht sich eine Tulpenschau an. Oder er hat schlicht Interesse am Erwerb von Substanzen, die in Deutschland legal nicht erhältlich sind. Cannabis-Konsum ist in den Niederlanden legal – und so ziehen die Coffeeshops im Land seit Jahren die Touristen aus aller Welt an.

Doch der Coffeeshop-Tourismus wird bald ein Ende haben. Denn die Coffeeshops sollen zu „geschlossenen Gesellschaften“ werden. Nur registrierte Mitglieder über 18, die einen „wietpas“ – also einen „Graspass“ – vorweisen können, dürfen in die Coffeeshops. Das hat Ivo Opstelten, Justizminister der konservativen Regierung in Den Haag, am Wochenende bekanntgegeben.

Welche Folgen diese Verordnung haben könnte, darüber wird heiß diskutiert – von einem neuen Schwarzmarkt bis zum Zusammenbruch des Tourismus ist die Rede. Tobias Müller ist freier Journalist und lebt seit fünf Jahren in Amsterdam. Über die Diskussion, die Pro- und Contra-Argumente und die Angst vor dem Ende einer „kulturellen Institution“ sprechen wir mit Tobias Müller im Interview.