Das Stadtgespräch | Der Fehmarnbelt-Tunnel

Für eine "beltoffene" Ostsee

15.03.2016

Zwischen Deutschland und Dänemark soll am Fehmarnbelt eine neue Verkehrsanbindung entstehen. Der 18 Kilometer lange Tunnel sorgt vor allem auf deutscher Seite für viel Gesprächsstoff.

Vision in der Ostsee

Die Idee einer festen Verbindung zwischen Deutschland und Dänemerk am Fehmarnbelt existiert schon seit den 1960er-Jahren. Der Plan einer Brücke, deren Bau im Jahr 2007 beschlossen worden ist, wurde jedoch wieder gekippt. Die Ostseeinseln Lolland und Fehmarn sollen durch einen Tunnel verbunden werden.

Der Fehmarnbelt-Tunnel selbst soll ein Bauwerk der Rekorde werden. Zwei Spuren für die Eisenbahn und vier für die Straße sollen die Verbindung zwischen den beiden Ostseeinseln herstellen. Das Projekt wird fast ausschließlich von Dänemark finanziert. Die Kosten von etwa sieben Milliarden Euro werden von einer eigens gegründeten Gesellschaft getragen, die günstige Kredite vom dänischen Staat erhält und ihre Ausgaben später durch Mautgebühren refinanziert.

Also die Dänen sind nicht eigentlich startklar. […] Sie sind startklar. Und sie hätten schon längst anfangen können. – David Depenau, stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Beltoffen“

Fehmarnbelt-Tunnel sorgt für Kritik

Die Kritik an dem Verkehrsprojekt ist nicht neu. Bereits gegen die Brücke hatten sich zahlreiche Bürgerinitiativen und Vereine aus der Region zu einer „Allianz gegen eine feste Fehmarnbeltquerung“ zusammengeschlossen. Auch der seit Jahren geplante Fehmarnbelt-Tunnel sorgt für Gegenstimmen.

Der Naturschutzbund (NABU) Deutschland hält das Projekt für „infrastrukturell überflüssig“ und hat dies in einem neuen Gutachten untermauert. Auch Hausbesitzer, Hotelbetreiber und die ansässige Fährgesellschaft Scandlines wehren sich nach Kräften gegen das europäische Infrastrukturprojekt. Ihnen geht es vor allem um den Wertverlust von Häusern, Grundstücken und Gewinneinbußen.

Wir sehen einfach riesen Chancen in der Vernetzung, in der Verlinkung dieser zwei großen Regionen Norddeutschland und Süddänemark. – David Depenau

Doch es gibt auch Fürsprecher für das Großprojekt. Die meisten von Ihnen kommen aus Dänemark. Aber auch in Deutschland haben die Befürworter mit der Bürgerinitiative „Beltoffen“ nun ein Sprachrohr. Mit ihrem stellvertretenden Vorsitzenden David Depenau hat detektor.fm-Moderatorin Karolin Döhne über die Realisierung des Fehmarnbelt-Tunnels gesprochen.

David Depenau, Stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Beltoffen"Hier bietet sich eine große Chance und an dieser großen Chance wollen wir mitwirken.David Depenauist stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Beltoffen". 

Redaktion: Matthias Stiebing