Ein zähes Verfahren – 100 Tage NSU-Prozess

01.04.2014

Sowohl Anklage als auch Nebenkläger versuchen, das Gewirr um das rechtsextreme Trio "Nationalsozialistischer Untergrund" zu entzerren. 100 Tage wird dort jetzt bereits verhandelt. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Gerichtsgebäude in München - hier findet die Verhandlung statt. Foto: blu-news.org flickr.com Lizenz: CC BY-SA 2.0

Thüringer Heimatschutz und Pogromly

Sie war Mitglied im Thüringer Heimatschutz, spielte mit ihren Freunden „Pogromly“ und schrieb Liebesbriefe an einen Häftling mit rechtem Hintergrund.

Beate Tschäpe, die Haupangeklagte im NSU-Prozess, hat ihre Ideologie gelebt. Ein Beweis aber dafür, dass sie auch Mitverantwortung an der größten politisch-motivierten Mordserie in der deutschen Nachkriegsgeschichte trägt, steht noch aus. In der Zeit von 1991 bis 2011 soll sie mit zwei weiteren, bereits verstorbenen Komplizen mehrere Morde und Banküberfälle begangen haben.

beobachtet den NSU-Prozess seit dem ersten Tag.Friedrich Burschelbeobachtet den NSU-Prozess seit dem ersten Tag. 

Beate Zschäpe schweigt

Der Prozess in München verläuft schleppend. Auf Anraten ihrer Anwälte sagt die Angeklagte nichts zu den ihr vorgeworfenen Taten. Der Prozess hangelt sich von einem zum nächsten Zeugen. Die Aussagen sind oft schwammig, nicht selten ist den Zeugen ihr Verhältnis zur Angeklagten entfallen.

Über Erinnerungslücken und bisherige Erkenntnisse haben wir mit Friedrich Burschel gesprochen. Er ist Referent für Neonazismus bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung in Berlin und beobachtet den Prozess.


Es liegen inzwischen genug stichhaltige Indizien vor, dass sie zumindestens bei der Zerstörung der Wohnung in Zwickau so viel Schuld auf sich geladen hat, dass sie wegen versuchten Mordes verurteilt werden wird. – Friedrich Burschel