Die Armen werden ärmer – Versagt die Politik?

19.09.2012

Die Bundesregierung hat den vierten Armuts- und Reichtumsbericht vorgelegt. Das Ergebnis überrascht nicht: Die Deutschen werden immer reicher, aber das Vermögen ist ungleich verteilt. Wie lässt sich die Schere zwischen Arm und Reich schließen?

Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst stetig an – die untere Bevölkerungshälfte verfügt nur über ein Prozent des gesamten Nettovermögens. Foto: © Lukas Barth/dapd

Geschäftsführender Direktor des Instituts für Vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften.Prof. Dr. Christoph ButterwegeGeschäftsführender Direktor des Instituts für Vergleichende Bildungsforschung und Sozialwissenschaften. 

Der private Reichtum in Deutschland steigt – und davon profitieren die ohnehin schon Reichen. Ihr Vermögen wächst stetig an: Inzwischen besitzen die Wohlhabenden 53 Prozent des Nettovermögens – trotz Finanzkrise. Das geht aus dem vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervor.

Der alle vier Jahre erscheinende Bericht zeigt auch, dass das Privatvermögen ungleich verteilt ist – denn die untere Hälfte der Gesellschaft hält nur ein Prozent des Nettovermögens.

Diese Spaltung der Gesellschaft ist das Resultat einer Politik, die sowohl Reichtum als auch Armut geschaffen hat. (Christoph Butterwegge)

Sozialministerin Ursula von der Leyen will den problematischen Verhältnissen mit Mindestlöhnen und Zuschussrenten entgegenwirken.

Doch lässt sich damit die Kluft zwischen Arm und Reich schließen oder müssen andere Lösungsansätze her? Darüber sprechen wir mit Christoph Butterwegge. Er ist Professor für Politikwissenschaft an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität Köln.